Das Logo der MHH vor Gewitterwolken. © dpa - picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Fahrlässige Tötung? Ermittlungen gegen MHH-Sicherheitsdienst

Stand: 02.03.2021 15:16 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen zwei Sicherheitsleute der MHH. Sie sollen einen aggressiven Patienten überwältigt haben - der dabei starb.

Was an diesem Abend Ende Januar genau passierte, das untersucht die Staatsanwaltschaft nach Angaben ihres Sprechers Thomas Klinge noch. Demnach war der Mann zunächst aus der stationären Behandlung entlassen worden. Noch am selben Abend kehrte er in die Klinik zurück und fand sein Bett belegt vor. Dann sei der Mann rabiat geworden, so der laut Klinge bisherige Ermittlungsstand.

Sicherheitsmann soll auf Brustkorb gekniet haben

Der Patient sollte laut der Staatsanwaltschaft der MHH verwiesen werden. Der Aufforderung sei er nicht nachgekommen, stattdessen aber aggressiv geworden. Der hinzu gerufene private Sicherheitsdienst überwältigte den 56-jährigen früheren Patienten, der möglicherweise betrunken war. Einer der Sicherheitsmänner soll sich offenbar auf den Brustkorb des Mannes gekniet haben, der plötzlich tot war. Eine Reanimation verlief erfolglos.

Erstickte der Mann?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. Eine Obduktion des Toten habe bislang keine eindeutigen Hinweise auf die Todesursache ergeben, teilte Klinge mit. Er sei an einem Herz-Kreislauf-Versagen gestorben. Entweder weil er so aufgebracht war - oder weil er keine Luft mehr bekam. Dazu will die Staatsanwaltschaft weitere Zeugen hören. Die MHH teilte mit, dass sie sich zu laufenden Verfahren nicht äußere.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.03.2021 | 12:00 Uhr

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