Ein Mähdrescher fährt über ein Feld mit Wintergerste. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch/dpa

Echter Feldversuch: Weniger Chemikalien - mehr Artenvielfalt

Stand: 16.11.2020 17:30 Uhr

30 konventionell und 30 ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe in Niedersachsen beteiligen sich an einem Feldversuch zum reduzierten Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel.

Konventionelle Höfe verzichten auf einer Versuchsfläche von ein bis drei Hektar auf den Chemikalieneinsatz und bewirtschaften eine Vergleichsfläche wie bisher, wie das Landwirtschaftsministerium am Montag in Hannover mitteilte. Der Ökohof legt eine Vergleichsfläche an und unterstützt seinen konventionellen Partnerbetrieb mit Technik und fachlichem Austausch. Ziel ist, zu prüfen, wie mehr Biodiversität bei hoher Produktivität auf der Ackerfläche erreicht werden kann.

Videos
Pressekonferenz zum Artenschutz
3 Min

"Niedersächsischer Weg" einstimmig beschlossen

Alle Fraktion des Landtages haben geschlossen für eine "grünere" Landwirtschaft in Niedersachsen gestimmt. 3 Min

Wintergerste für ähnliche Ausgangsbedingungen

Aktuell werde auf den Versuchsflächen Wintergerste ausgesät, um ähnliche Ausgangsbedingungen für die wissenschaftlichen Untersuchungen zu schaffen, erläuterte das Ministerium. Ziel sei, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Dabei könnten die Betriebe viel voneinander lernen und profitieren. "Ich erhoffe mir zudem, dass durch das Projekt vor Ort ein Netzwerk aus Wissenschaft und Praktikern gefestigt wird, die sich gegenseitig unterstützen, um ans gemeinsame Ziel zu kommen: den Rückgang der Artenvielfalt und der Insekten aufzuhalten."

Das Modellprojekt "Finka" (Förderung der Insektenvielfalt im Ackerbau) läuft bis Ende 2025 und wird von Bund und Land mit insgesamt 3,5 Millionen Euro gefördert. Erste Ergebnisse und Erfahrungen sollen im kommenden Jahr auf Feldtagen, in Fachmedien und im Internet zugänglich gemacht werden.

Weitere Informationen
Trecker mit Schildern stehen auf einer Straße. © Polizeiinspektion Stade

Bauern in der Krise: Sie fordern bessere Erzeugerpreise

Am Mittwoch haben Landwirte vor Molkereien und Schlachtbetrieben demonstriert. Sie hoffen auf eine gemeinsame Lösung. (11.11.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Leerer Klassenraum © Fotolia.com Foto: Uolir

Zwei weitere Tage: Weihnachtsferien noch früher geplant?

Niedersachsen hatte den Ferienbeginn schon auf den 18. Dezember vorgezogen. Der Bund will nun eine weitere Vorverlegung. mehr

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen stehen mit einem Schild mit der Aufschrift "Nein zum Merkel Faschismus" auf dem Opernplatz in der Innenstadt. © dpa Foto:  Hauke-Christian Dittrich

Kritik an "Querdenken"-Bewegung reißt nicht ab

Der Sophie-Scholl-Vergleich schlägt auch Tage nach der Demonstration in Hannover hohe Wellen. mehr

Mehrere Wölfe machen Halt auf einem Waldweg und schauen in die Kamera. © NDR

OVG Lüneburg: Rodewalder Wolf darf geschossen werden

Naturschützer hatten einen Eilantrag gegen die erneute Sondererlaubnis zum Abschuss des Rodewalder Wolfes gestellt. mehr

Ein Landwirt bringt Pestizide auf einem Feld aus. © Colourbox Foto: Beneda Miroslav

Forsa-Umfrage: 77 Prozent der Deutschen gegen Pestizide

Die Erhebung steht im Bezug zur Studie "Pestizid-Belastung der Luft". In Niedersachsen waren 59 Stoffe gefunden worden. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen