Stand: 16.09.2019 20:00 Uhr

EMO: Maschinenbauer hoffen auf Investitionen

Die EMO ist ein weltweites Branchentreffen der Maschinenbauer.

Wie sieht die Zukunft in der Fertigungstechnik aus? Dieser Frage geht die EMO 2019 in Hannover seit Montag nach. Unter dem Motto "Smart technologies driving tomorrow's production" verspricht die Weltleitmesse für die Fertigungstechnik, die gesamte Bandbreite moderner Metallbearbeitungstechnik in den Fokus zu stellen. Erwartet werden Fachbesucher aus aller Welt und allen wichtigen Industriebranchen: Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie und Zulieferer, Luft- und Raumfahrttechnik, Feinmechanik und Optik, Schiffbau, Medizintechnik, Werkzeug- und Formenbau, Stahl- und Leichtbau. Begleitet wird die Messe in diesem Jahr von Rezessionssorgen und unsicherer Konjunkturlage.

Viele Neuheiten bei der EMO

Bei den Werkzeugmaschinenbauern etwa habe es im ersten Halbjahr 2019 ein Fünftel weniger Aufträge gegeben, sagte der Vorsitzende des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), Wilfried Schäfer. Als Ursache nennt er unterem den Brexit und die Handelskonflikte zwischen China und den USA, den wichtigsten Export-Märkten der deutschen Maschinenbauer. Auch das Bundeswirtschaftsministerium sieht die deutsche Wirtschaft insgesamt "in einer Schwächephase". Zwar geht es nicht von einer "ausgeprägten Rezession" aus, doch gerade die exportorientierte deutsche Industrie leide unter dem rückläufigen Welthandel und der stagnierenden globalen Industriekonjunktur. Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten erhofft sich die Branche von der EMO Anstöße für neue Investitionen. Immerhin stellten nach Veranstalter-Angaben bei der vergangenen Messe 72 Prozent der Aussteller Neuerungen vor, die eigens für die EMO Hannover entwickelt wurden.

Nicht nur Akademiker wichtig für die Branche

VDW-Chef Schäfer sieht aber noch eine weitere Herausforderung, vor der der Maschinenbau steht. "Der Blick der Politik ist immer sehr stark auf die akademische Ausbildung gerichtet." Der Engpass im Moment sei aber eher die berufliche Fachkraft. Daher sei es wichtig, mehr Lehrlinge für die Branche zu interessieren, statt nur auf mehr Ingenieure zu setzen. Nachwuchsgewinnung wird deshalb auch Thema bei der EMO sein. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau präsentiert dafür am Beispiel einer kompletten Prozesskette, wie ein Formel-1-Modellwagen von der Idee über die Fertigung bis zur Montage entsteht. Erwartet werden 4.000 Schüler, die sich über die Ausbildung in den Metallberufen und deren Anforderungen informieren können.

Die EMO Hannover läuft bis Sonnabend. Sie ist der wichtigste internationale Treffpunkt für die Fertigungstechnik weltweit. Zur EMO Hannover 2017 präsentierten sich 2.230 Aussteller aus 44 Ländern, 130.000 Fachbesucher aus 160 Ländern besuchten die Messe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.09.2019 | 08:00 Uhr

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