Demo-Tag in Hannover bleibt weitgehend ruhig

Stand: 02.05.2021 09:37 Uhr

Am 1. Mai war in Hannover trotz Corona einiges los: Zehn Aktionen waren angemeldet. Die Bilanz der Polizei fällt positiv aus - ganz ohne Zwischenfälle ging der Demo-Tag jedoch nicht vorbei.

Alle Versammlungen seien friedlich und ohne größere Zwischenfälle verlaufen, teilte ein Sprecher mit. Allerdings sei eine Vielzahl von Verstößen gegen die Hygiene- und Abstandsregeln festgestellt worden. Die Polizei habe darauf "lageangepasst, aber entschlossen" reagiert, so der Sprecher. Im Falle von Verstößen seien entsprechende Ordnungswidrigkeits- sowie Strafanzeigen gefertigt worden.

Angriffe auf Polizisten

Darüber hinaus gab es Vorfälle im Zusammenhang mit drei Protestaktionen. Bei der letzten Versammlung des Tages, dem Protestzug des "Bündnisses kämpferischer 1. Mai", kam es demnach zu Angriffen auf Polizeibeamte, nachdem diese verhinderten, dass Teilnehmende eine andere Route nahmen. Ein Angreifer wurde laut Polizei festgenommen. Gegen ihn werde wegen Widerstands und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ermittelt. Gegen vier weitere Personen wurden den Angaben zufolge Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil sie entlang der Route Pyrotechnik abbrannten.

Unbekannte attackieren Demo-Teilnehmer

Auch rund um Veranstaltungen der Initiative "Querdenken" schritt die Polizei ein. Die Anhängerinnen und Anhänger kritisieren die aktuellen Maßnahmen gegen das Coronavirus - etwa Maskenpflicht und Ausgangssperren. Am Rande der Versammlung auf dem Trammplatz, bei der die Polizei in der Spitze etwa 1.110 Personen zählte, wurden laut Polizei drei Teilnehmende von Unbekannten angegriffen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Eine weitere "Querdenken"-Veranstaltung auf dem Platz der Göttinger Sieben mit 14 Demonstrierenden wurde vorzeitig beendet. Hintergrund war der Verdacht, dass sich der Versammlungsleiter mithilfe eines mutmaßlich falschen Attests von der Tragepflicht einer medizinischen Maske befreien wollte. Die Polizei hat ein entsprechendes Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Veranstaltungsort abgeriegelt

Die Einsatzkräfte hatten den Veranstaltungsort am Trammplatz komplett mit Zäunen und Beamten abgeriegelt. Die Demonstrierenden hatten Deutschland-Flaggen mitgebracht, auch eine russische Nationalflagge war zu sehen. Teilnehmende hatten Schilder dabei, auf denen zum Beispiel "DDR 2.0" stand, "Schützt unsere Kinder" oder "Keine Maske, keine Panik". Rund 280 Menschen gingen gegen die "Querdenker" auf die Straße. Sie zogen vom Opernplatz zum Waterloo.

Erste Demos schon am Morgen

Bereits um 9 Uhr hatte am Sonnabendmorgen die erste Demonstration in Hannover begonnen: Die Organisation ATIF (Förderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland) zog vom Vahrenwalder Bad in Richtung Innenstadt. An der Goseriede begann dann um 11 Uhr die zentrale Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Weiterhin gab es eine Veranstaltung unter dem Motto "Fleisch- und Tierkonsum verursachen Pandemien". Das "InterBündnis Hannover" traf sich in der Moosbergstraße Ecke Gemeindeholzstraße im Stadtteil Stöcken.

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