Ein Mann sitzt mit Headset vor einem Computerbildschirm (beschäftigt mit Kontaktnachverfolgung). © picture alliance/Marijan Murat/dpa Foto: Marijan Murat/dpa

Corona: Niedersachsen plant Amtshilfe für Gesundheitsämter

Stand: 21.10.2020 08:05 Uhr

Um die Gesundheitsämter in Niedersachsen bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten zu unterstützen, will das Land Beamte auch zur Amtshilfe verpflichten.

Wie Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte, seien das Innen- und das Sozialministerium vom Kabinett beauftragt worden, ein personelles Verstärkungskonzept für alle Gesundheitsämter im Land vorzulegen. "Dazu gehört auch, aus anderen Behörden des Landes weitere Kapazitäten zusammenzuziehen, um die Gesundheitsämter vorübergehend zu unterstützen", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Althusmann: "Keine Ortswechsel nötig"

Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister in Niedersachsen, spricht während einer Pressekonferenz im Landtag. © Picture Alliance Foto: Hauke-Christian Dittrich
Laut Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will die Landesregierung die Gesundheitsämter mit Beamten anderer Behörden untersützten, um Infektionsketten nachzuverfolgen.

Laut Althusmann soll zunächst der Bedarf der Gesundheitsämter ermittelt werden. Dann seien alle Ministerien und Landesbehörden aufgefordert, zu helfen, damit das Infektionsgeschehen nachvollzogen werden kann. "Dafür sind in der Regel aus meiner derzeitigen Sicht kaum Ortswechsel nötig, weil diese Arbeit digital vom eigenen Schreibtisch aus erledigt werden kann. Wir gehen daher davon aus, dass diese Unterstützung auf freiwilliger Basis sichergestellt werden kann. Eine Verpflichtung ist in Ausnahmesituationen womöglich denkbar, wird aber nach unseren bisherigen Erfahrungen nicht nötig sein", fügte Althusmann hinzu.

Ausgangsbeschränkungen nicht ausgeschlossen

Im Hinblick auf die im Berchtesgadener Land (Bayern) verhängten Ausgangsbeschränkungen sagte der stellvertretende Ministerpräsident, dass auch dies denkbar sei. "Auszuschließen sind regional begrenzte weitere Kontaktbeschränkungen auch in Niedersachsen nicht. Je stärker das Infektionsgeschehen und insbesondere die Zahl ernster Krankheitsverläufe steigen, desto weiter reichende Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens könnten erforderlich werden. Wir kämpfen hier gegen eine Pandemie weltweiten Ausmaßes", erklärte der Minister. Er hoffe aber sehr und sei optimistisch, "dass wir das vermeiden können".

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.10.2020 | 08:30 Uhr

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