Stand: 05.07.2020 10:49 Uhr

Corona-Gästelisten: 60 Beschwerden wegen Verstößen

Eine Liste mit Kundendaten liegt in einem Friseursalon auf dem Tisch.  Foto: Martin Dziadek
Corona-Gästelisten: In Niedersachsen sind bislang 60 Beschwerden wegen der mutmaßlich falschen Aufnahme von Kontaktdaten eingegangen.

Wegen der mutmaßlich falschen Erfassung von Kontaktdaten auf Corona-Gästelisten sind bei der niedersächsischen Landesdatenschutzbeauftragten bisher rund 60 Beschwerden eingegangen. Das teilte ein Behördensprecher in Hannover mit. Um die Infektionsketten nachverfolgen zu können, sind die Gastronomie, Fitness-Studios oder aber auch Friseure dazu verpflichtet, den Namen, die Anschrift und die Telefonnummer ihrer Kunden aufzunehmen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Beschwerden - nämlich etwa 40 - ging es dem Sprecher zufolge darum, dass Listen offen auslagen oder nicht erlaubte Daten abgefragt wurden. 16 Beschwerden bezogen sich darauf, dass Unternehmen Daten abfragten, obwohl sie dazu laut der Corona-Verordnung des Landes gar nicht verpflichtet waren.

Listen sollen nach vier Wochen vernichtet werden

Die Landesregierung hat festgelegt, dass nur Betreiber beispielsweise von Fitnessstudios, Cafés oder Restaurants Namen, Adresse sowie die Zeit der Ankunft und des Verlassens dokumentieren müssen. Sportvereine müssen ab Montag die Kontaktdaten aller Beteiligter von Trainingsspielen erfassen. "Auch wäre es unzulässig, Listen, die mehrere Tagen oder Wochen umfassen, an das Gesundheitsamt zu übermitteln, obwohl dieses nur die Kontaktdaten eines bestimmten Tages anfordert", erläuterte der Sprecher der Landesdatenschutzbeauftragten Barbara Thiel. Die Listen müssten nach vier Wochen mit einem Aktenvernichter entsorgt werden.

Bei Verstößen drohen Geldbußen

Die Landesdatenschutzstelle prüft die eingehenden Beschwerden. Unternehmen bekommen je nach Sachlage eine Anweisung zur datenschutzkonformen Erfassung für die Zukunft oder riskieren Geldbußen. Die Sanktionsform sei abhängig vom Fall, sagte der Sprecher. Auch erhalten die Unternehmen die Möglichkeit, zur Situation Stellung zu nehmen.

Weitere Informationen
"Vielen Dank! Ab sofort helfen Ihre Daten unseren Experten. So können wir denn Coronavirus besser verstehen und wichtige Ressourcen effizient verteilen - Pass Sie weiter auf sich auf." steht in der App "Corona-Datenspende" des Robert Koch-Instituts. © dpa - Bildfunk Foto: Matthias Balk

Datenschutz: Thiel hält Corona-Apps für sinnvoll

Niedersachsens oberste Datenschützerin Barbara Thiel hält die geplanten Corona-Apps für hilfreich. Voraussetzung: Persönliche Daten sollten nur auf Handys gespeichert werden. mehr

Eine Markierung auf dem Fußboden im Kassenbereich einer Ikea-Filiale weißt auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern hin. © picture alliance/APA/picturedesk.com Foto: Helmut Fohringer

Corona in Niedersachsen: Lockerungen bei fallender Inzidenz

Testen, Impfen und Öffnungen: Das Land Niedersachsen reagiert auf sinkende Inzidenzen mit einer neuen Strategie. mehr

Ein Mann wird auf das Coronavirus getestet. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona in Niedersachsen: Inzidenz sinkt auf 78,2

Das Robert Koch-Institut meldet zudem 988 Neuinfektionen und 13 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.07.2020 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Der ehemalige Landrat von Hameln-Pyrmont Tjark Bartels (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Missbrauch in Lügde: Ex-Landrat prangert Behördenversagen an

Kritik an Bartels klarer Aussage im Untersuchungsausschuss in NRW kommt aus der CDU im Kreistag Hameln-Pyrmont. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen