Stand: 23.05.2017 19:08 Uhr

Chinesische Post hat Langenhagen im Blick

Der Flughafen Hannover-Langenhagen soll die Europa-Zentrale der chinesischen Post werden. Das wurde am Dienstag am Rande des Besuchs von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in China bekannt. Am Dienstagmorgen war Weil mit dem Chef des Unternehmens China Post, Li Xing, zusammengetroffen.

Das Ziel: Drei Flugzeuge täglich

Die chinesische Post ist der drittgrößte Logistik-Konzern weltweit mit 860.000 Beschäftigten. China Post liefert aber nicht nur Pakete aus, sondern bietet auch Bankgeschäfte und Versicherungen an. Das Unternehmen möchte sein eCommerce-Geschäft ausweiten. Europäische Waren, die von Chinesen im Internet bestellt werden, sollen via Hannover nach China transportiert werden. Umgekehrt können Chinesen, die in Europa leben, auf diesem Weg heimische Produkte beziehen. Geplant ist, dass ab diesem Sommer zunächst zwei Frachtflugzeuge pro Woche Hannover mit Shanghai verbinden. Später sollen es drei Maschinen täglich werden, heißt es.

"Hannover ist gesetzt"

Langenhagen hat sich offenbar gegen Konkurrenz aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden sowie gegen Leipzig durchgesetzt. Monatelang hatte der Flughafen gemeinsam mit einer Beratungsfirma um die Gunst der Chinesen gebuhlt - und war wegen der starken Konkurrenten alles andere als sicher, ob es klappt. "Hannover ist gesetzt", freute sich Stefan Schröder, Chef der Beratungsfirma LNC, nach dem Treffen am Dienstag. "Hannover wird das Tor Richtung China, damit kommen wir einen großen Schritt weiter in unserer wirtschaftlichen Entwicklung.

Weil hofft auf vierstellige Zahl neuer Arbeitsplätze

Im Gespräch mit dem NDR nannte Post-Chef Xing die zentrale Lage des Flughafens Hannover-Langenhagen als maßgeblich für die Standort-Entscheidung. Schröder rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als 2.000 Arbeitsplätzen, die in den kommenden drei Jahren entstehen sollen. Die stärkere Vernetzung mit China werde viele weitere Investitionen zur Folge haben. Ministerpräsident Weil äußerte sich etwas vorsichtiger. Dies könne ein großes Projekt werden, das zunächst kleiner anfange, sagte Weil. Er halte eine dreistellige, später vielleicht vierstellige Zahl neuer Arbeitsplätze für möglich. "Die Entscheidung der chinesischen Post zeigt, welches Potenzial Niedersachsen im Zeitalter der Internationalisierung bietet", sagte Weil.

Airport muss nachrüsten

Allerdings muss am Flughafen noch einiges geschehen, um tatsächlich große Frachtmengen von und nach China abfertigen zu können. So wird geschätzt, dass für die Zollabfertigung rund 300 Beamte nötig werden. Zurzeit arbeiten in Langenhagen gerade einmal sechs Zöllner.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 23.05.2017 | 18:00 Uhr

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