Ein Mann geht in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme an mit Steinen gefüllten Gabionen vorbei. © picture alliance / Angelika Warmuth/dpa Foto: Angelika Warmuth

Celle: Verfahren gegen Ex-KZ-Wächter erneut eingestellt

Stand: 31.03.2021 19:20 Uhr

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Ex-KZ-Wachmann wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord erneut eingestellt. Der 95-Jährige will sich nicht vernehmen lassen.

Friedrich Karl B. soll im Nebenlager Meppen des Konzentrationslagers Neuengamme einen Beitrag zum Tod vieler Gefangener geleistet haben, als er Anfang 1945 einen Marsch zur Evakuierung des Lagers bewachte. Knapp 400 Gefangene starben damals. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte das Verfahren bereits Ende November 2020 erstmals eingestellt, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gab. B. war dann im Februar aus den USA, wo er seit 1959 gelebt hatte, abgeschoben worden.

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Ohne Aussage kein Verfahren

Nach der Ankunft in Deutschland hatte der 95-Jährige seine grundsätzliche Aussagebereitschaft signalisiert. Daraufhin wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, um ihm rechtliches Gehör zu gewähren. Ein Verteidiger erklärte nach Rücksprache mit B. jetzt jedoch, dass sein Mandant für eine Vernehmung als Beschuldigter nicht zur Verfügung stehe. Die Generalstaatsanwaltschaft stellte daher das Ermittlungsverfahren erneut mangels hinreichenden Tatverdachts ein. Sämtliche Beweismittel seinen ausgeschöpft, heiß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2021 | 12:00 Uhr

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