Stand: 25.07.2018 15:08 Uhr

Blow-Up am Flughafen: Hitzeschaden ein Einzelfall?

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Zu heiß - auch für die Betonplatten. Die Nordbahn musste gesperrt werden.

Tausende gestrandete Passagiere, Feldbetten im Terminal - entspannte Urlaubsreisen sehen anders aus als das, was die Menschen in der Nacht zu Mittwoch am Flughafen Hannover-Langenhagen erlebten. Wegen Hitzeschäden an einer Start- und Landebahn ging zwölf Stunden lang nichts mehr. Inzwischen läuft der Betrieb wieder. Doch es soll warm bleiben - droht erneut der Verkehrskollaps in Langenhagen? Das Wirtschaftsministerium glaubt das nicht. Die Flughafenfeuerwehr mache Kontrollfahrten und sprühe Wasser, um die Bahn zu kühlen, heißt es. "Ich habe bislang keine Rückmeldung,  dass man erwarten müsste, dass es in einigen Tagen wieder zu so einem Vorfall kommt", sagte ein Ministeriumssprecher NDR 1 Niedersachsen. Es sei zwar schwierig bei den Temperaturen eine Prognose abzugeben. "Aber ich würde davon ausgehen, dass es nicht so schnell wieder passiert."

Autobahn

Hitzeschäden bremsen Verkehr aus

Hallo Niedersachsen -

Wegen Hitzeschäden auf der Start- und Landebahn musste der Flughafen Hannover-Langenhagen für zwölf Stunden gesperrt werden. Auch auf den Autobahnen gibt es Probleme.

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Flughafen-Chef: "Blow-Up" nicht vorhersehbar

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"Vorbereiten können Sie sich darauf nicht"

Flughafen-Chef Raoul Hille erklärt die Hitzeschäden auf der Landebahn. Über die Jahre hätte sich eine Druckspannung im Beton aufgebaut, durch die Hitze seien die Platten geborsten. Video (00:48 min)

Flughafen-Chef Raoul Hille sagte zu dem Vorfall am Mittwochnachmittag: "Das war ein großes Ärgernis, ganz großer Mist." Dass die hohen Temperaturen zu solch einem "Blow-Up" führen könnten, sei aber nicht vorhersehbar gewesen. "Dafür gibt es keine Sensoren." Hille entschuldigte sich außerdem bei den gestrandeten Passagieren. Die betroffenen Reisenden sollten sich mit möglichen Forderungen zunächst an die Airlines wenden.

Dehnungsfugen eher auf Frostsicherheit ausgelegt

Heinrich Großbongardt, unabhängiger Berater von Airlines und Flugsicherheitsexperte, geht davon aus, dass solche Hitzeschäden kein Einzelfall bleiben werden. Seiner Ansicht nach sind Sperrungen wie in Hannover auch anderswo zu erwarten. "In Regionen wie Katar sind die Dehnungsfugen im Beton auf hohe Temperaturen bis zu 60 Grad ausgelegt, in Deutschland dagegen standen bisher eher Aspekte wie Frostsicherheit und heftige Niederschläge im Fokus", sagte er.

Erste Maschine hebt Richtung Amsterdam ab

Am Flughafen Hannover hatte am Mittwochmorgen eine gute Nachricht alle Passagiere, die die Nacht zwangsweise im Terminal hatten verbringen müssen, erreicht: Die Schäden an der Nordbahn sind komplett behoben. Die erste Maschine konnte um 6.31 Uhr Richtung Amsterdam abheben. Die Check-In-Schalter hatten bereits gegen 3 Uhr geöffnet. Um kurz nach 6 Uhr landeten auch die ersten Flugzeuge wieder in Hannover. Noch komme es zwar zu Ausfällen und Verspätungen. "Wir rechnen aber damit, dass ab Mittag wieder alles planmäßig läuft", so eine Flughafensprecherin. Insgesamt waren 28 Flüge ausgefallen.

Betonplatten mehr als 50 Jahre alt

Die betroffenen Betonplatten sind mehr als 50 Jahre alt. Ob es tatsächlich höhere Gewalt war, die die Start- und Landebahn beschädigt hat, oder ob die Platten womöglich schon längst hätten saniert werden können, ist noch unklar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.07.2018 | 06:00 Uhr

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