Bad Pyrmont denkt über Pflichtdienst für Feuerwehr nach

Stand: 18.01.2022 11:26 Uhr

Um den Brandschutz in Bad Pyrmont weiter gewährleisten zu können, droht dort nun eine Pflicht zum Feuerwehrdienst. Anlass ist eine Protestaktion von mehr als 40 Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr.

Der Bürgermeister der Kurstadt im Landkreis Hameln-Pyrmont, Klaus Blome (CDU), kündigte eine Satzungsinitiative an. Diese könne zu einer Dienstpflicht führen und sei ein möglicher Weg. Denn der Brandschutz sei derzeit nur gewährleistet, weil unter anderem Feuerwehren aus benachbarten Kommunen helfen, so Blome. Wenn das nicht reiche, könnten Bürger zwischen 18 und 55 Jahren zum Dienst verpflichtet werden. Und damit auch jene freiwilligen Kräfte, die im jüngst eskalierten Streit um ein neues Feuerwehrhaus zumindest symbolisch hingeworfen hatten. So sieht es das niedersächsische Brandschutzgesetz vor.

Feuerwehrkräfte gaben Pieper zurück

Ein gemeinsamer Neubau für die Wachen im Zentrum und im Ortsteil Holzhausen ist seit Langem beschlossen. Auch ein Standort am Gondelteich war gefunden. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses hat jedoch eine Mehrheit aus CDU, FDP und der Bürgerbewegung "intakt" erklärt, das Paket noch einmal aufzuschnüren und einen anderen Standort suchen zu wollen. Daraufhin gaben mehrere Feuerwehrleute bereits während der Sitzung ihre Funkempfänger ab.

Feuerwehrleute klagen über nicht tragbare Gebäude

Die Situation in beiden Wachen ist aus Sicht der Feuerwehrleute untragbar. In Holzhausen sind die Tore demnach nicht breit genug. Die Feuerwehrleute müssten vor dem Gebäude in die Fahrzeuge einsteigen, heißt es. Zudem dürfe der Übungsraum im ersten Stock nicht mehr betreten werden. Ähnlich schildern sie die Situation in der Kernstadt. Dort sei es ebenfalls zu eng, zudem gebe es keine Duschen.

CDU findet Standort am Gondelteich ungünstig

Der Gondelteich sei der teuerste Standort, begründet der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Henning Demuth den Vorstoß für eine erneute Suche. Zum einen müsse ein Kanal verlegt werden, zum anderen würde die Lage am Kurpark Parkplätze kosten. Der Stadtrat will sich mit dem Thema am 10. März befassen.

Bei Alarm werden benachbarte Wehren benachrichtigt

Damit die Feuerwehr weiterhin einsatzbereit ist, werden im Notfall je nach Brandort vorerst die freiwilligen Feuerwehren in Lügde (Nordrhein-Westfalen) beziehungsweise Hagen, Löwensen, Thal und Amelgatzen mit alarmiert. Das teilt die Stadtfeuerwehr Bad Pyrmont auf ihrer Internetseite mit. Das Vorgehen sei vom Stadtbrandmeister mit der Stadtverwaltung abgestimmt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.01.2022 | 09:30 Uhr

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