Stand: 02.05.2020 16:00 Uhr

Artenschutz: NABU ruft nach schärferen Gesetzen

Der Naturschutzbund NABU fordert deutlich schärfere Gesetze zum Erhalt der Artenvielfalt in Niedersachsen. Als Beispiel nannte Landeschef Holger Buschmann den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. "Das ist viel zu viel, was wir insgesamt in unsere Landschaft kippen und gießen", sagte er. Es brauche konkrete Vorgaben und nicht nur eine Absichtserklärung, so Buschmann weiter. Unter der Woche wurde ein Volksbegehren für Artenvielfalt, das auch vom NABU unterstützt wird, offiziell eingeleitet.

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"SPD bis heute nicht geäußert"

Das Volksbegehren wird von einem Bündnis von mehr als 115 Partnern getragen. Neben dem NABU sind unter anderem der BUND, der WWF, die Grünen und die Linke dabei. "CDU und die FDP haben abgesagt. Die SPD hat sich bis heute nicht geäußert", sagte Buschmann. Innerhalb eines halben Jahres müssen nun mindestens 25.000 Unterschriften gesammelt werden. Anschließend sind weitere sechs Monate Zeit, um insgesamt 610.000 Unterschriften zu sammeln. Wenn das gelingt, kann der Landtag den Entwurf als Gesetz beschließen - allerdings nicht verpflichtend. Lehnt der Landtag ab, folgt ein Volksentscheid.

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Weitere Verhandlungen stehen an

Obwohl der NABU das Volksbegehren unterstützt, will der Verband darüber auch weiter mit der Landesregierung sowie mit Bauernvertretern verhandeln. "Wir haben den Verhandlungstisch nicht verlassen", sagte Buschmann. Umweltminister Olaf Lies (SPD) zeigt sich optimistisch, noch eine Einigung mit der Landwirtschaft sowie mit Naturschutzverbänden herbeizuführen. Man sei "in sehr guten Gesprächen" über einen gemeinsamen Weg, sagte er.

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Aktuell | 02.05.2020 | 16:00 Uhr

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