Stand: 02.01.2019 16:48 Uhr

A400M: Wunstorf verliert Monopol-Stellung

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Fliegerhorst Wunstorf besucht.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat am Mittwoch den Fliegerhorst Wunstorf (Region Hannover) besucht, um sich ein Bild über die Auslieferungsfortschritte des Transportflugzeugs A400M zu machen. Der A400M gilt als modernster Militärtransporter der Welt. Bislang ist er ausschließlich auf dem Fliegerhorst Wunstorf stationiert. Das soll sich aber künftig ändern. Von der Leyen kündigte am Mittwoch an, dass die Bundeswehr einen zweiten Standort auf dem bayerischen Fliegerhorst Lechfeld südlich von Augsburg eröffnen wird. 170 Millionen Euro will die Bundeswehr dort investieren und 500 neue Dienstposten schaffen. An der Bedeutung des Standorts Wunstorf werde sich dadurch nichts ändern, betonte von der Leyen.

Maschinen des A400M stehen auf einem Flugfeld.

Von der Leyen besucht Fliegerhorst Wunstorf

Hallo Niedersachsen -

Verteidigungsministerin von der Leyen hat sich in Wunstorf über die Fortschritte beim Militärtransporter A400M informiert - der Stolz, aber zugleich auch das Sorgenkind der Luftwaffe.

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40 Maschinen werden in Wunstorf stationiert

Der A400M gilt bei der Bundeswehr als Rückgrat des Lufttransportes. Bei der Einführung hatte es allerdings zahlreiche technische Probleme gegeben. Nach Angaben der Luftwaffe wurden bisher 25 der 53 bestellten Maschinen ausgeliefert. 40 sollen einmal in Wunstorf stationiert sein, der Rest offenbar im bayerischen Lechfeld. Wann genau das sein wird, blieb am Mittwoch offen.

Von der Leyen pocht auf das "volle Leistungsspektrum"

Von der Leyen räumte bei ihrem Besuch in Wunstorf auch Fehler ein. Als hoffnungsvolles europäisches Gemeinschaftsprojekt sei der A400M gestartet. Doch die einzelnen Staaten hätten ihre individuellen Interessen verfolgt. Künftig müssten die Abnehmerländer gemeinsam ihre Interessen gegenüber dem Hersteller vertreten, sagte die Verteidigungsministerin. Sie kündigte an, gegenüber Airbus nicht lockerlassen zu wollen, "bis der A400M mit dem vollen Leistungsspektrum" vor Ort sei.

Einsetzbar als "fliegende Intensivstation"

Denn noch immer können die Maschinen nicht all das, was Airbus eingangs versprochen hatte. So können sie zwar Soldaten und Material transportieren, andere Flugzeuge in der Luft betanken und als "fliegende Intensivstation" eingesetzt werden. Aber den Maschinen fehlt es an einem technisch komplizierten Selbstschutz, bei dem Täuschkörper anfliegende Raketen ablenken. Auch eine Nachtsichtfähigkeit steht noch nicht zur Verfügung. "Wenn dieses Großtransportflugzeug mal seine Kinderkrankheiten überwunden hat, dann werden wir den modernsten Transportflieger der Welt hier haben", sagte von der Leyen. Bleibt noch der Haken mit den Kosten. Die sind nämlich um mindestens 1,5 Milliarden Euro gestiegen - gemessen an der ursprünglich veranschlagten Summe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.01.2019 | 16:00 Uhr

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