Zehn Jahre nach "Leonie": Weg zum autonomen Fahren noch weit

Stand: 08.10.2020 08:29 Uhr

Forscher der TU Braunschweig haben eine offene Debatte über die Risiken autonom fahrender Fahrzeuge gefordert. Auch intelligente, selbstfahrende Autos machten Fehler, so die Experten.

Vor genau zehn Jahren wurde in Braunschweig eine Weltneuheit präsentiert: Das erste selbstfahrende Auto, das von Sensoren und Computern gesteuert ganz allein durch den Stadtverkehr manövrierte. Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Braunschweig hatten den Prototyp namens "Leonie" entwickelt. Inzwischen sind die Experten zwar weiter, das autonome Fahren aber ist noch Zukunftsmusik.

Risiken durch nicht programmierte Situationen?

Mittlerweile werde autonomes Fahren immer realistischer, sagt Markus Maurer vom Institut für Regelungstechnik der TU. Daher sei es wichtig, rechtzeitig auch die Risiken offen anzusprechen. Was passiert, wenn ein selbstfahrendes Auto auf eine nicht programmierbare Situation trifft und falsch reagiert? Wie sicher kann es abbremsen, wenn etwa ein Kurzschluss alle technischen Systeme lahmlegt?

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Forscher: Keine fehlerfreie Technik

Die Gesellschaft müsse auf Technik vorbereitet sein, die Fehler macht, ohne dass dadurch die Akzeptanz für autonomes Fahren schwindet, so Maurer. "Leonie" - ein umgebauter VW Passat - konnte bereits 2010 allein die Spur halten, Kreuzungen und Hindernisse erkennen - aber nur bei Tempo 60 und auf dem Braunschweiger Stadtring.

2030 könnten Fahrzeuge im Stadtverkehr unterwegs sein

Inzwischen gibt es drei Nachfolger und die Technik der Sensoren ist besser. Bis 2022 wollen die Braunschweiger zusammen mit 15 Partnern insgesamt vier Varianten autonom fahrender Autos entwickeln: ein Taxi, einen Shuttlebus, einen Transporter und einen Pkw für den Privatgebrauch. Maurer rechnet damit, dass solche Autos im Jahr 2030 im Stadtverkehr unterwegs sein könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 07.10.2020 | 09:30 Uhr

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