Stand: 16.07.2019 16:53 Uhr

Weitet ver.di Streik in Asklepios-Klinik aus?

Konfrontation statt Annährung: Klinik-Betreiber Asklepios und die Gewerkschaft ver.di streiten über die Bezahlung der Beschäftigten.

Mit Beginn der Frühschicht um sechs Uhr hatte die Gewerkschaft ver.di am Dienstag die Beschäftigten der Schildautal-Klinik in Seesen im Landkreis Goslar zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Rund 200 Angestellte traten in den Ausstand. Einer von drei Operationssälen wurde für nicht aufschiebbare Eingriffe und Notoperationen freigehalten. Ver.di will erreichen, dass für die gut 1.000 Beschäftigten der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gilt. Der private Klinik-Betreiber Asklepios setzt dagegen weiter auf eine hausinterne Lösung.

Die Streikenden Mitarbeiter der Askelepios-Klinik.

Streik in Asklepios-Klinik in Seesen

Hallo Niedersachsen -

Die rund 600 Angestellten der Asklepios-Klinik in Seesen streiken. Sie fordern, nach Tarif bezahlt zu werden. Für Ergotherapeutin Carolin Drüge wären das 450 Euro mehr im Monat.

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Ver.di kritisiert "Hinhaltetaktik"

Seit Monaten ringt die Gewerkschaft mit dem Klinik-Träger um das Gehaltsniveau der Angestellten - vor allem auf den Stationen. Ein Angebot aus dem März an den Betriebsrat liege rund 20 Prozent unter dem Tarif des öffentlichen Dienstes. Mit der Gewerkschaft verhandeln wolle Asklepios nicht, sagt ver.di. Die Gewerkschaft beklagt, dass sich durch eine regide Sparpolitik seit 2017 die Personalausstattung der Klinik verschlechtert habe und "Asklepios massive Probleme hat, Personal für die Klinik zu gewinnen", sagte Gewerkschaftsvertreter Havemann. "Die Arbeitsbedingungen müssen endlich konkurrenzfähig sein. Alles andere schadet den Patienten, den Beschäftigten und der Klinik." Havemann unterstellt dem Konzern eine "Hinhaltetaktik" und sagt: "Die Beschäftigten warten seit zehn Monaten auf ein Einlenken von Asklepios, und das obwohl bei den Asklepios-Kliniken in Goslar und Göttingen der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes schon lange gilt." Sollte Asklepios sich nicht bewegen, würden die Streiks ausgeweitet, hieß es von der Gewerkschaft.

Asklepios-Chefin: "TVöD ist ausgeschlossen"

Klinikbetreiber Asklepios, der in 14 Bundesländern Krankenhäuser betreibt, will den Forderungen nicht nachkommen. Ein Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes "ist für uns ausgeschlossen, denn wir sind kein öffentlicher Träger und hausindividuelle Bedürfnisse an unserem Standort werden beim TVöD nicht berücksichtigt", sagte Adelheid May, Geschäftsführerin der Asklepios Kliniken Schildautal, auf Nachfrage von NDR.de. "Wir wünschen uns das Engagement des Betriebsrates und würden uns freuen, wenn er gemeinsam mit uns konstruktiv und vertrauensvoll an der Weiterentwicklung der Arbeits- und Sozialordnung (ASO) weiter arbeiten würde, zudem hoffen wir auf die Vernunft und die Einsicht der Mitarbeiter", so May.

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Nachrichten aus dem Studio Braunschweig

16.08.2019 17:00 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 16.07.2019 | 06:30 Uhr

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