Weiter steigende Mieten: Wolfsburg ist Spitzenreiter

Stand: 22.04.2021 09:29 Uhr

Wohnen wird in manchen Regionen in Niedersachsen immer teurer. In der Stadt Wolfsburg sind die Netto-Kaltmieten in den vergangenen zehn Jahren besonders stark gestiegen: um fast 67 Prozent.

Die Netto-Kaltmiete pro Quadratmeter liegt dort jetzt bei 8,60 Euro, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Wolfenbütteler Linken-Abgeordneten Victor Perli. Wolfsburg liegt bei der Mietpreisentwicklung unter den kreisfreien Städten in Niedersachsen an der Spitze. Die zweithöchste Mietsteigerung verzeichnet Braunschweig. Hier kletterten die Netto-Kaltmieten im Durchschnitt von 5,40 Euro im Jahr 2010 auf 8,50 Euro im vergangenen Jahr - ein Zuwachs von 57,5 Prozent.

In Salzgitter sind die Mieten niedrig

Doch auch in anderen Ballungsräumen steigen die Mietpreise seit Jahren. In der Region Hannover legten sie seit 2010 um knapp 50 Prozent zu - von 5,83 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2010 auf 8,74 Euro 2020. Am niedrigsten sind der Übersicht zufolge die Mieten in Salzgitter. Sie stiegen in dem angegebenen Zeitraum moderat im Schnitt von 4,81 Euro auf 5,50 Euro. Das ist ein Plus von 14,6 Prozent. In Emden stiegen die Mieten um 22,2 Prozent. Im vergangenen Jahr lagen sie durchschnittlich bei 6,44 Euro pro Quadratmeter.

Wohnung zwischen 40 und 100 Quadratmeter

Als Datengrundlage wurden laut Bundesinnenministerium und Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) unmöblierte Wohnungen mit 40 bis 100 Quadratmetern Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, in mittlerer bis guter Wohnlage gewählt.

Hohe Mietpreise gerade während Pandemie problematisch

Die Mieten hätten sich im vergangenen Jahrzehnt teils drastisch verteuert, sagte Perli. Bezahlbarer Wohnraum sei in vielen Städten inzwischen Mangelware. Gerade in der Corona-Zeit treffe die Mietpreissteigerung viele Menschen doppelt, wenn sie von Kurzarbeit, Erwerbslosigkeit oder ausbleibenden Aufträgen betroffen seien. Zudem sinke die Zahl der Sozialwohnungen seit Jahren, so Perli.

Unklar, wie Mieter gerade klarkommen

Anders als in anderen Branchen hat auch die Corona-Krise den Trend nicht gebrochen. Allerdings gebe es gerade viele Unsicherheitsfaktoren, wie die Menschen mit der Lage klarkommen, so Reinold von Thadden, Justiziar des Deutschen Mieterbundes Niedersachsen-Bremen. Grundsätzlich seien die Mieten in Niedersachsen noch nicht auf dem Niveau anderer deutscher Ballungsräume wie etwa München oder Stuttgart, auch nicht in der Region Hannover. Dennoch müsse mehr Wohnraum geschaffen werden, vor allem im unteren und mittleren Segment.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.04.2021 | 07:30 Uhr

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