Stand: 24.01.2020 15:32 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Verein Amica erhält Göttinger Friedenpreis

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In der Aula der Göttinger Uni wird der Friedenspreis 2020 verliehen.

Der Verein Amica aus Freiburg erhält den diesjährigen Göttinger Friedenspreis. Das hat die Preisjury am Freitag in der südniedersächsischen Universitätsstadt mitgeteilt. Die Stiftung Dr. Roland Röhl, die den Preis bisher 21 Mal vergeben hat, würdigte die langjährige engagierte Tätigkeit einer Organisation, "die nicht sehr laut, dafür umso effizienter an der Basis von Gesellschaften arbeitet". "In diesem Sinne ist Amica für uns das Synonym für Zivilcourage und der Beleg für die Effizienz menschlichen und vor allem geschlechtergerechten Einsatzes." Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Friedenspreis 2020 wird am 7. März in der Aula der Georg-August Universität vergeben.

Arbeit in Bosnien, Syrien und der Ostukraine

Amica hilft seit mehr als 25 Jahren Frauen und Mädchen in aktuellen Kriegs- und Nachkriegsregionen wie Bosnien und Herzegowina, Syrien, Libyen und der Ostukraine, ihr Leben trotz Gewaltkonflikten und Bedrohungen zu meistern. Die Hauptaufgaben des Vereins sind psychosoziale Arbeit mit Traumatisierten, medizinische Versorgung, Rechtsberatung, Maßnahmen zur Existenzsicherung sowie Projekte zur Chancengleichheit. Damit leiste Amica einen entscheidenden Beitrag zur Versöhnung und zu einer künftigen, nachhaltigen Friedensordnung, hieß es.

Kontroverse im vergangenen Jahr

Der 1997 verstorbene Göttinger Wissenschaftsjournalist Roland Röhl ist Stifter des Preises. Er hatte sich als Journalist vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik sowie der Konflikt- und Friedensforschung beschäftigt und in seinem Testament verfügt, dass sein Nachlass zur Bildung eines Stiftungsvermögens verwendet wird. Im vergangenen Jahr hatte es um die Verleihung des Göttinger Friedenspreises an den Verein "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" heftige Querelen gegeben. Der Zentralrat der Juden und andere Organisationen kritisierten den Preisträger als antisemitisch, weil er die gegen Israel gerichtete Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) unterstütze. Die Stadt und die Uni hatten daraufhin ihre Unterstützung für die feierliche Verleihung zurückgezogen. Der Preis wurde schließlich in einer privaten Galerie verliehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 24.01.2020 | 14:30 Uhr

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