Stand: 02.10.2018 18:12 Uhr

VW trennt sich von Audi-Chef Stadler

Rupert Stadler © dpa Bildfunk Foto: Marijan Murat
Rupert Stadler ist nicht länger Chef von Audi.

VW hat sich von Rupert Stadler, dem langjährigen Chef der Konzerntochter Audi, getrennt. Das geschehe mit "sofortiger Wirkung", teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit. Grund sei die "andauernde Untersuchungshaft" von Stadler, der sich künftig auf seine Verteidigung konzentrieren wolle. Stadler war im Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal verhaftet worden. Er saß bis zur jetzigen Trennung vom Konzern auch im VW-Vorstand.

Weniger als eine Million Euro für Stadler

Stadler erhält nach Informationen des NDR Fernsehens als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Dabei handelt es sich um Gelder, die ihm für geleistete Arbeit zustehen. Aber bei Volkswagen liegen für Stadler noch mehrere Millionen Euro auf Eis, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das sind Gehälter und Boni, die Stadler aus laufenden Verträgen zustehen. Ausbezahlt wird der Millionenbetrag aber nur, wenn der Ex-Audi-Chef als zweifelsfrei unschuldig gilt - also zum Beispiel, wenn ihn ein Gericht eindeutig freispricht. Die Summe, die Stadler dann bekäme, liegt nach Informationen des NDR Fernsehens aber niedriger, als der Vertrages es ursprünglich vorsah. Derzeit führt Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot die VW-Tochter kommissarisch. Er dankte Stadler für "elf Jahre an der Spitze von Audi". In dieser Zeit habe der Autobauer Absatz und Umsatz "nahezu verdoppeln" können. Der Gesamtbetriebsrat erklärte, die Entscheidung bedeute für die Belegschaft "endlich mehr Klarheit".

Kommt der Ex-Manager nun frei?

Der 55-jährige Stadler war festgenommen worden, weil die Münchener Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, den Verkauf manipulierter Diesel-Wagen nach Aufdeckung des Abgas-Skandals geduldet zu haben. Ohne Ämter besteht für ihn nun die Hoffnung, noch im Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, so die Deutsche Presse-Agentur. Der Manager war 2007 Audi-Chef geworden. Zwischenzeitlich galt er als möglicher Kronprinz des damaligen VW-Chefs Martin Winterkorn, weil er die Verkäufe und Gewinne von Audi bis 2015 verdoppeln konnte. Nun aber die Trennung - die Nachfolge von Stadler ist jedoch offen. Zwar wird BMW-Einkaufschef Markus Duesmann zum VW-Konzern wechseln. Ob er den Posten übernimmt, ist aber nicht sicher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.10.2018 | 16:00 Uhr

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