Stand: 17.03.2020 09:33 Uhr

VW steigert Gewinn und warnt vor Corona-Krise

In einer Fertigungsstraße im VW-Werk in Wolfsburg hält ein Mitarbeiter das VW-Logo vor dem Einbau in einen Touran in die Kamera. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
2019 war für den Volkswagen-Konzern ein erfolgreiches Jahr.

Die Kernmarke von Volkswagen hat im abgelaufenen Jahr den Gewinn steigern können. Wie das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage der vollständigen Jahreszahlen mitteilte, legte das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen von 3,2 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro zu. Der Umsatz wuchs um 4,5 Prozent auf 88,4 Milliarden Euro. Die Kosten zur Bewältigung der Dieselkrise blieben mit rund 1,9 Milliarden Euro ungefähr auf Vorjahresniveau. Wegen der Corona-Pandemie verzichtete der Konzern auf die übliche Pressekonferenz vor Journalisten und verkündete die Daten nur virtuell im Internet.

Gesamtkonzern mit Gewinnplus

Bereits im Februar waren die wesentlichen Zahlen für den Gesamtkonzern bekanntgeworden.  Demnach konnte die VW-Gruppe 2019 ihren Gewinn unterm Strich um 12,8 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro steigern. Der Umsatz legte um 7,1 Prozent auf 252,6 Milliarden Euro zu. Gründe für das gute Ergebnis sind unter anderem starke SUV-Verkäufe, Spareffekte und langsam sinkende Kosten zur Bewältigung der Diesel-Betrugsaffäre.

Gute Ergebnisse der Töchter

Auch die Tochterunternehmen trugen ihren Anteil bei. Für Porsche meldete der Konzern vor Sondereinflüssen ein leichtes Gewinnplus um 2,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Auch Skoda, Seat und Bentley sowie die Lkw-Töchter Scania und MAN konnten sich auf dieser Basis verbessern. Lediglich bei Audi sank der operative Gewinn von 4,7 auf 4,5 Milliarden Euro. Bei den Ingolstädtern läuft derzeit ein Sparprogramm, dem in Deutschland bis zu 9.500 Stellen zum Opfer fallen könnten.

Werke stellen Produktion ein

Die Zahlen für 2019 werden allerdings von den aktuellen Problemen überschattet, die VW - wie alle andern Autohersteller auch - wegen der Corona-Krise hat. Konzernchef Herbert Diess kündigte bei der Vorlage der Jahresbilanz an, dass wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein Großteil der Werke in Europa für voraussichtlich zwei bis drei Wochen geschlossen wird. An den meisten Standorten solle an diesem Freitag die letzte Schicht laufen, hieß es.

Diess warnt vor schwierigem Jahr

Die Zahl der Verkäufe war allein im Februar um ein Viertel eingebrochen. Besonders betroffen war der wichtige Markt in China mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um fast drei Viertel. Diess warnte deshalb vor einem sehr schwierigen Jahr. "Die Corona-Pandemie stellt uns vor ungekannte operative und finanzielle Herausforderungen", sagte Diess. "Durch die Bündelung unserer Kräfte, eine enge Zusammenarbeit und gute Moral im Konzern wird es uns gelingen, die Corona-Krise zu bewältigen."

Verlässliche Prognosen derzeit nicht möglich

Finanzvorstand Frank Witter sagte, es sei mit Blick auf die Folgen der Virus-Ausbreitung noch ungewiss, mit welcher Schwere und Dauer die Pandemie auch den Volkswagen-Konzern treffen werde. Eine verlässliche Prognose sei derzeit nahezu unmöglich. Zumindest in China stabilisiere sich die Lage allerdings langsam wieder, hieß es aus dem Management. Die Lieferketten nach Europa und in andere Regionen seien stabil.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.03.2020 | 09:00 Uhr

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