Justitia mit einem VW Logo (Montage) © PantherMedia Foto: manfredxy

Untreue-Verdacht: Prozess gegen VW-Manager ab November

Stand: 02.10.2020 16:34 Uhr

Zwei ehemalige VW-Vorstandsmitglieder und zwei frühere VW-Personalmanager müssen sich ab dem 19. November wegen des Verdachts der Untreue vor dem Landgericht Braunschweig verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, für überhöhte Gehälter und Bonuszahlungen an Betriebsratsmitglieder mitverantwortlich gewesen zu sein. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 29 mutmaßliche Untreuestraftaten, an denen die Angeklagten in unterschiedlichem Umfang beteiligt gewesen sein sollen. Nach NDR Informationen gehören die ehemaligen Personalvorstände Horst Neumann und Karlheinz Blessing zu den Beschuldigten. Durch die Festlegung der Zahlungen haben sie nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gegen Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes verstoßen.

Schaden von bis zu fünf Millionen Euro

Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist Volkswagen durch überhöhte Gehälter und Boni an insgesamt fünf Betriebsratsmitglieder im Zeitraum von Mai 2011 bis Mai 2016 ein geschätzter Schaden von mehr als fünf Millionen Euro entstanden. Als Reaktion auf den Anfangsverdacht und darauf folgende Durchsuchungen von Steuerfahndern hatte VW Ende 2017 die Gehälter führender Belegschaftsvertreter vorerst gedeckelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.10.2020 | 14:00 Uhr

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