Stand: 11.12.2017 20:15 Uhr

Tarifverhandlungen bei VW ergebnislos vertagt

Für die Beschäftigten von Volkswagen haben am Montag die Tarifverhandlungen begonnen. Die Gewerkschaft IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld für rund 120.000 Mitarbeiter der sechs westdeutschen Werke und der VW-Tochter Financial Services. Der erste Verhandlungstag führte zu keinem Ergebnis. "Das ist verantwortungslos vom Unternehmen und ein ganz schlechtes Signal an die Kolleginnen und Kollegen", sagte Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Bernd Osterloh laut einer Pressemitteilung. Die Belegschaft habe mit harter Arbeit dafür gesorgt, dass es Volkswagen trotz des Diesel-Skandals wieder besser geht. "Darum sind unsere Forderungen auch nur fair und berechtigt."

VW pocht auf Sparzwang

Nach der Abgas-Affäre gehen die Verkaufszahlen bei VW wieder nach oben. Das Unternehmen pocht aber darauf, dass bei VW gespart werden muss. "Wir wollen, dass die Arbeitsplätze bei Volkswagen in Deutschland zukunftsfest sind", sagte der Verhandlungsführer von VW, Martin Rosik, am Montag laut einer Pressemitteilung. "Dazu müssen wir zügig die Wettbewerbsfähigkeit herstellen. Nur wenn wir die Kosten im Griff halten, können wir in die Zukunft investieren."

IG Metall will bessere Altersvorsorge

Neben mehr Geld verlangt die Arbeitnehmerseite, dass das Unternehmen mehr zur betrieblichen Altersvorsorge beisteuert. Die IG Metall hat zu Beginn der Tarifverhandlungen bei VW eine Garantie für neue Azubi-Stellen verlangt. Eine entsprechende Regelung, mit der zuletzt jährlich 1.400 neue Auszubildende eingestellt wurden, läuft demnächst aus. Die Tarifverhandlungen werden am 11. Januar fortgesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag bei VW läuft noch bis Ende Januar. Ab Anfang Februar sind also Warnstreiks möglich.

Metall- und Elektroindustrie: Kein Ergebnis

Proteste hat die Gewerkschaft bereits in anderen Tarifbezirken der Metall- und Elektroindustrie angekündigt: Am Freitag ging die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und im nordwestlichen Niedersachsen ohne Ergebnis zu Ende. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro sowie zwei Prozent mehr Geld ab April 2018 angeboten. Das wies die IG Metall als völlig unzureichend zurück. Sie will sechs Prozent mehr Entgelt. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft einen individuellen Anspruch der Mitarbeiter auf bezahlte Familien- oder Pflegeteilzeit. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.12.2017 | 10:00 Uhr

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