Stand: 30.08.2017 10:55 Uhr

Schlankheitskur für Harzer Wanderwege

Im Harz soll das Wanderwege-Netz ausgedünnt werden. Künftig soll es dort weniger, dafür aber attraktivere und besser gepflegte Wege geben. Derzeit gibt es rund 10.000 Kilometer Wanderwege im Harz: Weitwanderwege wie den Harzer Grenzweg, den Försterstieg oder den Hexenstieg, der über den Brocken und durch das Bodetal führt, kürzere Rundwanderwege, die von Waldparkplätzen abgehen und historische und aktuelle Themenpfade. Bei einigen Wegen, die kaum begangen werden, stünden Aufwand und Nutzen der Pflege in keinem guten Verhältnis, so Christian Resow vom Harzklub.

Ausdünnen auf etwa 7.500 Kilometer

Auf etwa 7.500 Kilometer etwa soll das Wege-Netz im Rahmen eines EU-geförderten Projekts ausgedünnt werden. "Wir machen so eine Art Entrümpelung", so Hauptwanderwart Karl Leyrer. Dabei soll das Netz auch überschaubarer werden: fast parallel laufende Wege und solche, die kaum genutzt werden, sollen aussortiert werden. Wege, die tatsächlich genutzt werden, sollen besser beschildert werden, erläutert eine Sprecherin des Landkreises Göttingen. Die wegfallenden Wege werden jedoch nicht geschlossen: Sie können weiterhin bewandert werden, fallen aber nicht mehr unter die Zuständigkeit des Harzklubs und werden in Neuauflagen von Wanderkarten nicht mehr als offizielle Wanderstrecken ausgeschildert sein.

Harzklub macht Vorschläge

Für die Inventur und Vorschläge zur "Entrümpelung" ist der Heimat-, Wander-, und Naturschutzbund Harzklub zuständig. Die rund 13.000 Mitglieder der Zwergvereine des Klubs in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kümmern sich traditionell um die Ausschilderung und Pflege der Wanderwege. Obwohl sich viele Mitglieder aktiv beteiligten, sei die Pflege des kompletten Wegenetzes dauerhaft kaum zu leisten, sagte Leyrer. Die Vorschläge des Harzklubs, welche Wanderwege geschlossen werden könnten, sollen später von einem Expertengremium beurteilt werden. Das Gremium fällt auch die endgültige Entscheidung. Für das Projekt sind laut Landkreis Göttingen insgesamt 160.000 Euro angesetzt: Die Hälfte davon übernimmt die niedersächsische Investitionsbank NBank aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die andere Hälfte zahlen die niedersächsischen Harz-Landkreise Goslar und Göttingen. Die ganze Optimierung des Harzer Wege-Netzes dürfte laut Harzklub rund drei Jahre in Anspruch nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 30.08.2017 | 09:30 Uhr

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