Vier Angeklagte stehen in einem Gerichtssaal. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Prozess nach tödlicher Explosion: Angeklagte schweigen

Stand: 03.06.2021 12:19 Uhr

Vor sechs Jahren kam bei einer Explosion im Blutspendedienst in Göttingen eine 55-jährige Ärztin ums Leben. Zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Göttingen haben die Angeklagten geschwiegen.

Die vier Handwerker gaben am Donnerstag an, sich nicht zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitarbeitern zweier Handwerksbetriebe fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Die Männer sollen ein neues Rohr nicht ordnungsgemäß verschlossen und abgedichtet haben. Das Gas strömte daraufhin laut Anklage durch das Erdreich in einen Installationskanal und von dort in das Gebäude des Blutspendedienstes, wo es sich staute.

Mitarbeiter lag vier Wochen im Koma

Als die Ärztin am Morgen des 13. Februar 2015 das Licht anschaltete, entzündete ein Funke das Gas-Luft-Gemisch und es kam zur Explosion. Die Ärztin wurde durch Brandwunden so schwer verletzt, dass sie zehn Tage später starb. Außerdem erlitt ein Sicherheitsmitarbeiter schwere Verbrennungen, er lag vier Wochen im künstlichen Koma.

Drei Verhandlungstermine vorgesehen

Die Suche nach der Ursache nahm viel Zeit in Anspruch. Insgesamt sechs Gutachten holte die Staatsanwaltschaft ein, bevor sie Anklage gegen die Handwerker erhob. Für den Prozess sind viele Zeugen geladen. Das Gericht hat bislang drei Verhandlungstermine angesetzt.

Weitere Informationen
Ein abgesperrtes Gebäude am Heinz-Erhardt-Platz. © NDR Foto: Jürgen Jenauer

Anklage nach Gasexplosion beim Göttinger Blutspendedienst

Bei der Explosion war 2015 eine Ärztin ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft hat vier Handwerker angeklagt. (30.11.2020) mehr

Am Heinz-Erhardt-Platz in Göttingen stehen mehrere Feuerwehrwagen. © NDR Foto: Jürgen Jenauer

Ärztin stirbt nach Verpuffung in Göttingen

Zehn Tage nach einer Verpuffung in einem Göttinger Blutspendedienst ist eine Ärztin an ihren Verletzungen gestorben. Ursache für das Unglück soll eine undichte Gasleitung sein. (24.04.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.06.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Angeklagter bedeckt sein Gesicht mit einer Mappe. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Sechs Jahre Haft für Walter S. wegen Kindesmissbrauchs

Das Landgericht Göttingen hat sein Urteil gefällt. Der Verurteilte S. hatte Kontakt zu Andreas V. aus Lügde. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen