Stand: 19.05.2020 12:44 Uhr

Prozess: Flüchtlinge bei Wohnungssuche abkassiert

Schilder mit der Aufschrift Landgericht, Oberlandesgericht und Generalstaatsanwaltschaft hängen an einem Gebäude. © NDR Foto: Julius Matuschik
Mehr als 28.500 Euro sollen die beiden Angeklagten mit der unerlaubten Wohnungsvermittlung eingenommen haben. (Archivbild)

Geflüchtete suchten Wohnungen in Salzgitter - und wurden für die Vermittlung zur Kasse gebeten: Vor dem Landgericht Braunschweig müssen sich seit heute eine Frau und ein Mann wegen besonders schwerer Bestechlichkeit und Bestechung in 52 Fällen verantworten. Die Angeklagte, eine 45-jährige Mitarbeiterin einer Wohnungsvermietungsgesellschaft, soll von Februar 2016 bis August 2017 gemeinsam mit ihrem 42 Jahre alten Bekannten unerlaubt Provisionen für die Vermittlung von Wohnungen im Stadtteil Lebenstedt genommen haben. Laut Anklage handelte es sich um Gebühren zwischen 300 und 1.000 Euro. Die beiden hätten bei wohnungssuchenden Flüchtlingen den Eindruck erweckt, die Räumlichkeiten würden ausschließlich über sie vermittelt. Auf diese Weise sollen die beiden rund 28.500 Euro eingenommen haben.

Angeklagter half Flüchtlingen bei Behördengängen - gegen Geld

Der Angeklagte habe Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern gegen Zahlung von mehreren Hundert Euro bei der Wohnungssuche und Behördengänge unterstützt, so das Gericht. Dabei habe er sich an die 45-Jährige bei der Wohnungsgesellschaft gewandt, so die Anklage. Er habe sich nach verfügbaren Mietwohnungen erkundigt und ihr für eine erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung 100 Euro gezahlt.

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Vor einem Gebäude steht ein Schild mit der Aufschrift "Amtsgericht Landgericht Staatsanwaltschaft Hildesheim". © dpa - Bildfunk Foto: Holger Hollemann

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 19.05.2020 | 08:30 Uhr

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