Stand: 18.02.2015 06:45 Uhr

Pfusch auf A 7: Schlamperei bei Bauaufsicht?

von Hilke Janssen

Nach Bekanntwerden des Millionenpfuschs beim Ausbau der Autobahn 7 wird nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen nun auch die Arbeit der zuständigen Bauaufsicht überprüft. Seit Ende vergangener Woche steht fest, dass Teile der zwölf Kilometer langen Strecke zwischen Salzgitter und Bockenem erneut saniert werden müssen, weil sie mit Giftstoffen belastet sind. Neben den vier Bauunternehmen, die an der Sanierung der A7 beteiligt waren, nimmt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun auch die Arbeit eines privaten Ingenieur-Büros genauer unter die Lupe.

Behörde schließt rechtliche Schritte nicht aus

Das Büro war damit beauftragt worden, den Ausbau des betroffenen Teilstücks zu beaufsichtigen. Dass bei den Arbeiten giftiger Teersand in den Seiten- und Mittelstreifen gelangte und nicht - wie ausdrücklich vereinbart - einzementiert wurde, ist den zuständigen Ingenieuren aber offenbar nicht aufgefallen. Die Landesbehörde für Straßenbau will nun herausfinden, ob sie ihre vertraglichen Pflichten verletzt haben. Dazu überprüft die interne Revision derzeit rund 500 Aktenordner zum Ausbau der A 7. Sollte es Hinweise geben, dass die private Bauaufsicht geschlampt hat, behalte man sich rechtliche Schritte vor, sagte eine Sprecherin NDR 1 Niedersachsen. Wegen der millionenschweren Baumängel an der A 7 hat das Land bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim bereits Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) pocht darauf, dass die vier beteiligten Bauunternehmen die erneute Sanierung bezahlen müssen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 17.02.2015 | 19:30 Uhr

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