Stand: 12.09.2018 13:30 Uhr

Musterfeststellungsklage: Was VW-Kunden tun können

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) will gemeinsam mit dem ADAC eine sogenannte Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen einreichen. Auf diese Weise soll Schadenersatz für VW-Kunden erstritten werden, die vom Abgasskandal betroffen sind. Volkswagen selbst sieht nach eigenen Angaben keine Rechtsgrundlage für den angekündigten Schritt. Doch wie können Kunden überhaupt an dem Verfahren teilnehmen? Zunächst, so teilt der vzbv auf seiner Internetseite mit, müssten sich Betroffene in einem Register eintragen, das vom Bundesamt für Justiz nach dem 1. November 2018 eröffnet wird.

50 betroffene Verbraucher müssen gefunden werden

"Der Musterfeststellungsklage kostenlos anschließen können sich Käufer von Diesel-Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat mit Motoren des Typs EA189 (Vierzylinder, Hubraum: 1,2 oder 1,6 oder 2,0 Liter), in denen eine illegale Abschaltrichtung verwendet wurde. Letzteres muss durch einen Rückruf einer Genehmigungsbehörde in Europa festgestellt worden sein. Der Kauf muss nach dem 1. November 2008 erfolgt sein", so die vzbv weiter. Die Klage sei zulässig, wenn sich mindestens 50 betroffene Verbraucher eingetragen haben. Doch es geht nicht alles gemeinsam: Nach einem positiven Feststellungsurteil müssten die Verbraucher ihre Ansprüche laut vzbv individuell durchsetzen - sprich: selbst tätig werden.

Das Bild zeigt eine Bildmontage des Volkswagen-Logos. © NDR Foto: Alexander Kröger

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Wie sind die Aussichten?

Erst wenn in der angestrebten Klage festgestellt werde, dass ein Schaden entstanden sei, könnten die Verbraucher ihre individuellen Schadenersatzforderungen einreichen, sagte eine vzbv-Sprecherin NDR.de. Doch wie sind die Aussichten? "Schwieriger einzuschätzen als in anderen Fällen", hieß es von ADAC-Präsident August Markl. Denn: Es habe noch nie ein vergleichbares Verfahren in Deutschland gegeben. "Vielleicht wird es auch in einem Vergleich enden oder VW stimmt einer Ausgleichszahlung zu", sagte die vdbv-Sprecherin. Die Klage sei laut vzbv vor allem für all die Kunden eine Option, die sich gegen eine Individualklage entschieden haben - etwa, weil sie die Kosten scheuen oder nicht über eine Rechtschutzversicherung verfügten.

Weitere Informationen
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Link zur Musterklage der Verbraucherzentrale

Auf der Internetseite des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gibt es zusätzliche Informationen zur geplanten Musterklage gegen Volkswagen. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.09.2018 | 12:00 Uhr

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