Stand: 23.07.2019 14:51 Uhr

Junge Wölfin erschossen - Polizei ermittelt

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Im Elbe-Seiten-Kanal ist der Kadaver einer Wölfin gefunden worden.

In Wittingen im Landkreis Gifhorn ist am Sonntagabend der Kadaver einer jungen Wölfin aus dem Elbe-Seiten-Kanal geborgen worden. Ein Jäger hatte den Körper entdeckt, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts holten das Tier aus dem Wasser. Nun ermittelt die Polizei, denn Wölfe sind geschützt - sie zu töten ist verboten. Das junge Tier sei mit einer Schusswaffe getötet worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ein Unbekannter oder mehrere Unbekannte haben demnach versucht, die Wölfin mit einer Metallschlinge und einem schweren Gegenstand im Kanal zu versenken.

Faust © Andreas Garrels Foto: Andreas Garrels

Rodewald und der Wolf

NDR 1 Niedersachsen - Jetzt reicht's -

Der Rodewalder Wolf, auch GW717m genannt, hat zahlreiche Nutztiere gerissen. Seit Monaten ist sein Abschuss genehmigt. In der Sendung diskutieren Befürworter und Gegner.

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Berliner Institut untersucht Wolfskadaver

Die tote Wölfin wurde anschließend für weitere Untersuchungen zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Dort wird der Kadaver unter anderem mit einem Computertomografen untersucht. Außerdem wird festgestellt, wie groß, schwer und alt die Wölfin war. Sollten etwaige Geschosspartikel gefunden werden, erhält sie die zuständige Staatsanwaltschaft. Mit einem Untersuchungsergebnis sei in etwa vier Wochen zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher.

Ermittlungen bei toter Wölfin laut Polizei schwierig

Die Berliner Experten sollen auch feststellen, ob sie die Wölfin einem Rudel zuordnen können. Dazu wird in der Regel eine genetische Untersuchung im Labor gemacht. Es ist laut Polizei schwer zu sagen, ob das vermutlich etwa zwei Jahre alte Tier in der Nähe des Fundorts getötet wurde. "Das ist bisher ein Puzzlespiel ohne viele Teile", sagte ein Polizeisprecher und verwies darauf, dass Ermittlungen in solchen Fällen generell schwierig seien. Die Polizei Wittingen bittet die Menschen deshalb um Hinweise. Zeugen können sich unter der Telefonnummer (05831) 25 28 80 melden.

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Nur Rodewalder Wolf darf abgeschossen werden

In Niedersachsen gibt es nach Angaben der für die Beobachtung der Tiere zuständigen Landesjägerschaft bereits 22 nachgewiesene Rudel. Insgesamt dürften demnach mehr als 300 Wölfe im Land leben. Einzelne Wölfe dürfen nur ganz selten und mit einer Sondergenehmigung gejagt werden. Landesweit gibt es derzeit nur eine Genehmigung zum Abschuss eines Wolfes in Rodewald im Landkreis Nienburg, die am 31. Juli ausläuft. Dieser Leitwolf darf abgeschossen werden, weil er wolfsabweisende Zäune überwunden und Rinder in einer Herde angegriffen hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.07.2019 | 15:00 Uhr

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