Stand: 14.06.2019 12:06 Uhr

Jugendgerichtstag: Über Wege aus dem Straf-Raum

Wie kann man verhindern, dass Kinder und Jugendliche zu Straftätern werden? Und was kann man tun, wenn sie bereits Probleme mit der Justiz haben? Konflikte junger Menschen mit Recht und Ordnung haben mannigfaltige Gründe. Heute beraten mehr als 200 Fachleute beim 28. Jugendgerichtstag in Braunschweig über Prävention, den Umgang mit straffälligen jungen Menschen und mögliche Wege aus der Illegalität. Thematische Schwerpunkte sind dauerhaftes unerlaubtes Fernbleiben von der Schule, Jugendkriminalität und Radikalisierung.

Bußgeld als Mittel gegen Schulschwänzer

Schuleschwänzen ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann rechtliche Konsequenzen für Eltern nach sich ziehen. Allerdings seien auch Schulen in der Pflicht. "Es gibt in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe noch großen Nachholbedarf", sagt Regine Drewniak von der Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ). Die niedersächsische Landesgruppen-Chefin meint, dass auf dauerhaftes Fernbleiben vom Unterricht oft zu spät reagiert werde. Nach Auffassung des Städte- und Gemeindebundes sollten Schulen das Schwänzen offensiv aufgreifen und mit Schülern und Eltern in den Dialog treten. Die Lehrer würden schon eine Menge tun, sagte der Sprecher des Bundes, Thorsten Bullerdiek. "Wenn dann gar nichts hilft, können die Kommunen Bußgelder bis zu 1.000 Euro verhängen", erklärte er. So sieht es das Gesetz vor.

Jugendkriminalität in Niedersachsen weitgehend rückläufig

Bei der Jugendkriminalität in Niedersachsen beobachten die Experten zumeist sinkende Zahlen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) war die Straffälligkeit in fast allen jugendtypischen Bereichen 2018 rückläufig. Aus einem im Mai vorgestellten Jahresbericht geht hervor, dass es lediglich beim Ladendiebstahl einen Anstieg von beinahe drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gab.

Reimann: Jugendliche vor menschenverachtender Ideologie schützen

Beim Thema Radikalisierung sieht Sozialministerin Carola Reimann (SPD), die zur Eröffnung des Jugendgerichtstages das Grußwort sprach, das Problem in sozialen Medien. Junge Menschen würden dort häufig mit radikaler Gewalt konfrontiert. Weitere Probleme seien Ausgrenzungs-Erfahrungen und gelebte Gewaltbereitschaft. "Ziel muss es sein, so viele Jugendliche wie möglich vor menschenverachtender Ideologie zu schützen", sagte Reimann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.06.2019 | 17:00 Uhr

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