Stand: 08.02.2021 12:35 Uhr

IS-Prozess: Urteile in der kommenden Woche

Der Angeklagte Ahmad A. verdeckt im Oberlandesgericht Celle sein Gesicht mit der Kapuze seines Pullovers. © picture alliance/dpa | Ole Spata Foto: Ole Spata
Am Mittwoch in einer Woche soll vor dem Oberlandesgericht Celle das Urteil gegen "Abu Walaa" und seine Mitangeklangten gesprochen werden. (Archiv)

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Ahmad A., und drei Mitangeklagte werden in der kommenden Woche die Urteile erwartet. Das Oberlandesgericht Celle kündigte an, dass die Urteilsverkündung am Mittwoch in einer Woche stattfinden soll. Die Bundesanwaltschaft hat für die angeklagten Männer Haftstrafen zwischen viereinhalb und elfeinhalb Jahren gefordert. Der Iraker Ahmad A., der sich selbst "Abu Walaa" nennt und seinen Mitangeklagten wird vorgeworfen, vor allem im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim junge Menschen islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt zu haben. Der Prozess wegen Unterstützung des IS und Mitgliedschaft in der Terrormiliz läuft seit September 2017, der Tag der geplanten Urteilsverkündung ist der 246. Prozesstag. Die Bundesanwaltschaft stützte sich einerseits auf die Aussagen eines Kronzeugen: Der junge Mann aus Gelsenkirchen war als Jugendlicher in islamistische Kreise geraten, hatte sich später aber vom IS abgewandt und mit den Behörden kooperiert. Eine weitere wichtige Rolle sollte der ehemals wichtigste V-Mann der Polizei in islamistischen Kreisen spielen: "Murat Cem" oder "VP01" erhielt für den Prozess aber keine Aussagegenehmigung. Die Verteidigung hatte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen sowie des Polizeispitzels geäußert und die Beweisführung vor Gericht kritisiert.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 08.02.2021 | 13:30 Uhr

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