Stand: 03.04.2019 10:08 Uhr

Fürstenberger Porzellan: Zerbricht die Tradition?

Einst galt Porzellan als Luxusgut. Die Manufakturen verdienten viel Geld mit dem sogenannten Weißen Gold. Doch mit einer veränderten Tischkultur im Zeitalter von "Coffee to go"-Bechern und billigem Geschirr aus Asien haben sich auch die Verkaufszahlen verändert. Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg machte 2017 ein Minus von knapp 4,2 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 105 auf 88. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Als Haupteigentümerin glich bislang die Nord/LB die Verluste aus. Doch die Bank, die selbst in finanzielle Schieflage geraten ist, will sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Was dann aus der Porzellanmanufaktur wird, ist ungewiss.

Porzellanmanufaktur: Handarbeit aus Niedersachsen

Finanzminister deutet Übernahme an

Zwar hatte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) eine Übernahme von Deutschlands zweitältester Porzellanmanufaktur durch das Land angedeutet. Im Falle einer Ausgliederung aus der Nord/LB solle sie über die Beteiligungsgesellschaft HanBG in den Landesbesitz übergehen. Dadurch würde sich für die Manufaktur erst einmal nichts ändern, hatte Hilbers gesagt. Die Verluste aus dem Porzellangeschäft würden weiterhin beglichen - anstatt von der Nord/LB dann vom Steuerzahler. Doch konkrete Beschlüsse oder Entscheidungen gibt es diesbezüglich nicht, wie das Finanzministerium jetzt mitteilte. Unklar ist, ob es weitere Interessenten für die Prozellanmanufaktur gibt. Zu einer möglichen Übernahme wollte sich in der Manufaktur niemand äußern.

Auch andere Porzellanhersteller haben Probleme

Neben der Nord/LB, die 98 Prozent der Anteile an der Porzellanmanufaktur hält, ist der Landkreis Holzminden mit zwei Prozent beteiligt. Nach Angaben des Bundesverbands Keramische Industrie gibt es derzeit keine Manufaktur mit starkem Wachstum. Selbst die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Meissen aus Sachsen schloss 2017 mit einem Nettoergebnis von minus 5,2 Millionen Euro. Der Porzellanhersteller Rosenthal beantragte 2009 Insolvenz und wurde von einem italienischen Unternehmen übernommen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 01.04.2019 | 17:00 Uhr

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