Stand: 30.08.2018 14:28 Uhr

Flüchtlinge: Salzgitter braucht mehr Geld

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Hat sich an Ministerpräsident Weil gewandt: Salzgitters Oberbürgermeister Klingebiel.

Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) bittet das Land Niedersachsen bei der Integration von Flüchtlingen erneut um finanzielle Hilfe. In einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe er eine kostendeckende Integrationspauschale für Salzgitter gefordert, sagte Klingebiel im Stadtrat von Salzgitter. "Ich mache mir in meiner zwölfjährigen Amtszeit erstmals große Sorgen um die friedliche Zukunft meiner Stadt", schreibt er an die Staatskanzlei.

Bereits gezahlte Sondermittel reichen nicht

"Es darf in keinem Fall eine Neiddebatte oder gar ein Verteilungskampf unter Einheimischen und Flüchtlingen aufkommen", heißt es weiter. Die elf Millionen Euro, die seine Stadt bisher als Sondermittel für die Integration von Flüchtlingen erhalten hat, würden nicht ausreichen. Knapp 100 Krippenplätze für Kinder aus Flüchtlingsfamilien müsse die Stadt noch schaffen, mehr als 1.000 Schüler aus Migrantenfamilien hätten kaum Deutschkenntnisse.

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Schriftverkehr zwischen Klingebiel und Weil zum Download

Die schriftliche Bitte von Frank Klingebiel (CDU) um mehr finanzielle Unterstützung vom Land und die Antwort von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als PDF zum Download. Download (1 MB)

Salzgitter braucht 17 Millionen Euro

Die Kosten, um diese Kinder zu betreuen und ihnen Sprachkurse anzubieten, betragen fast 17 Millionen Euro. Diese würden der Stadt fehlen. "Ich bin der festen Überzeugung, dass alles getan werden muss, um die für die gelingende Integration erforderlichen Ressourcen unverzüglich zur Verfügung zu stellen", so Klingebiel. Auch andere Kommunen in Niedersachsen haben inzwischen um finanzielle Hilfen für die Integration von Flüchtlingen gebeten. Ministerpräsident Weil hat bereits auf den Brief geantwortet und angekündigt, die Bitte prüfen zu wollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 30.08.2018 | 09:30 Uhr

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