Stand: 27.12.2018 13:46 Uhr

E-Auto: VW setzt auf mobile Schnell-Ladesäulen

Mit mobilen Schnell-Ladesäulen will VW das Netz von Ladestationen für Elektroautos zügig ausbauen.

Volkswagen nennt sie auch "Powerbank fürs E-Auto" - doch ganz so handlich wie der Energiespeicher fürs Handy ist die mobile Schnell-Ladesäule des Wolfsburger Autokonzerns nicht. Die Säule hat eher das Ausmaß einer Telefonzelle und soll unter anderem auf öffentlichen Parkplätzen, Betriebsgeländen und als Ladepunkt bei Großveranstaltungen eingesetzt werden. Das gab der Konzern am Donnerstag bekannt. Klares Ziel von VW sei es, mithilfe der transportablen Ladesäulen den schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voranzubringen - und so die Elektromobilität selbst.

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15 Autos können an Säule geladen werden

Das Laden an der Säule dauere durchschnittlich 17 Minuten, teilte die VW-Konzernsparte "Komponenten" weiter mit. Die Säule selbst habe eine Ladekapazität von 360 Kilowattstunden und könne unabhängig vom Stromnetz aufgestellt werden. Sie habe dann genug Energie, um die Akkus von 15 Autos aufzuladen. Anschließend könne die Säule ausgewechselt beziehungsweise mithilfe von Wechselstrom vor Ort aufgeladen werden. Damit sei es möglich, Solar- beziehungsweise Windenergie zwischenzuspeichern.

Probelauf mit mobilen Säulen in Wolfsburg

Die ersten zwölf mobilen Schnell-Ladesäulen will VW eigenen Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2019 in Wolfsburg aufstellen. Von 2020 an solle die Säule, die ältere Batterien aus E-Autos weiterverwenden werde, auch in anderen Städten eingesetzt werden. Die Standorte der Säulen sollen per App abrufbar sein, so ein Unternehmenssprecher.

VW-Manager sieht komplett neuen Ansatz

Thomas Schmall, Vorstandschef des Geschäftsbereichs Komponente bei VW, nennt die Säule einen "entscheidenden Schritt zu einem leistungsfähigen Netz von Ladepunkten". Dies sei ein komplett neuer Ansatz für den schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Letztere gilt neben hohen Fahrzeugpreisen und geringer Reichweite als Hauptgrund für die schleppende Entwicklung der Elektromobilität.

Konzern bündelt Komponenten in eigener Sparte

In der neuen Komponenten-Sparte, die von Januar an eine eigene Einheit im Konzern bildet, bündelt VW seine hausinternen Zulieferungen etwa für Motoren, Getriebe, Fahrwerke und Lenkungen. In der Sparte werden weltweit 56 Fabriken mit rund 80.000 Beschäftigten zusammengefasst. Deutsche Standorte sind unter anderem Braunschweig und Salzgitter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 27.12.2018 | 14:30 Uhr

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