Stand: 11.04.2019 13:46 Uhr

Darmkrebs nicht erkannt: Arzt verurteilt

Das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig hat einen Arzt wegen eines groben Behandlungsfehlers zu Schmerzensgeld in Höhe von 70.000 Euro sowie Schadenersatz verurteilt. Das OLG bestätigte damit die Rechtsprechung des Landgerichts Braunschweig. Das Urteil in dem Arzthaftpflichtprozess erfolgte bereits Ende Februar, wie das OLG am Donnerstag bekannt gab.

Darmkrebs erst neun Monate später diagnostiziert

Der Mediziner habe "in gravierender Weise gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen", so das OLG. Der Mann hatte bei einer Patientin trotz heftiger Blutungen lediglich Hämorriden diagnostiziert und auf eine Darmspiegelung verzichtet. Als sich die Frau neun Monate später wegen eines anderen Leidens in einem Krankenhaus behandeln ließ, wurde bei ihr Darmkrebs festgestellt. Dieser hatte inzwischen Metastasen gebildet. Die Patientin hatte daraufhin den behandelnden Arzt verklagt, ist mittlerweile aber gestorben. Der Schadenersatz geht nun an ihre Erben.

Weitere Informationen

Darmkrebs: Göttinger entwickeln Therapieansatz

Im Versuch mit Mäusen ist es Göttinger Forschern gelungen, ein mutiertes Protein auszuschalten. Dies könnte der Ansatz zu einer neuen Therapie von Darmkrebs beim Menschen sein. (06.03.2019) mehr

Darmkrebs - Männer sollen früher vorsorgen

Darmkrebs verursacht lange Zeit keine Schmerzen und kaum Symptome. Da er in vielen Fällen erblich bedingt ist, sollte jeder, der familiär belastet ist, frühzeitig zur Vorsorge gehen. (24.09.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.04.2019 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:45
Hallo Niedersachsen
03:36
Hallo Niedersachsen
04:23
Hallo Niedersachsen