Conti will Hunderte Stellen in Südniedersachsen abbauen
Beim Autozulieferer ContiTech, einer Tochtergesellschaft von Continental, stehen rund 650 Jobs auf der Kippe. Betroffen sind die Standorte in Northeim und Hann. Münden.
Nach Angaben von Continental soll das ContiTech MGW Werk in Hann. Münden (Landkreis Göttingen) mit dem rund 25 Kilometer entfernten Standort im hessischen Oedelsheim zusammengelegt werden. Von den 560 Mitarbeitenden in Hann. Münden droht nach Informationen des NDR in Niedersachsen mehr als 350 der Jobverlust.
Schlauchproduktion in Northeim soll eingestellt werden
Am Standort Northeim soll die Schlauchproduktion bis 2024 eingestellt werden. Rund 300 der 1.700 Beschäftigte seien bis dahin von den Veränderungen betroffen, teilte ContiTech mit. Nach Angaben des Unternehmens sind diese Maßnahmen eine Reaktion auf den veränderten Automobilmarkt. Bei Elektroautos würden weniger Teile aus Gummi benötigt, als bei herkömmlichen Motoren.
Gewerkschaft spricht von "Offenbarungseid"
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) kritisierte die Entwicklung, über die die Mitarbeitenden am Freitag informiert wurden. Der "personelle Kahlschlag" sei ein "Offenbarungseid", so Mathias Heiden von der IGBCE Südniedersachsen. Das Unternehmen bereite "teure Massenentlassungen" vor statt in Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern beschäftigungssichernde Standortperspektiven zu entwickeln. Continental kündigte an, dass das Unternehmen anstrebe, für die betroffenen Beschäftigten - gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern - "individuelle Lösungen auf dem internen und externen Arbeitsmarkt zu finden".
Bereits vorher Jobabbau
Am ContiTech-Standort Hann.Münden waren laut IGBCE-Angaben im Jahr 2019 noch rund 1.100 Menschen tätig. Seitdem sei das Personal bereits deutlich reduziert worden. Am Standort Northeim habe es vor Ausbruch der Corona-Pandemie noch knapp 1.900 Beschäftigte gegeben - mittlerweile seien es rund 200 weniger.
