Stand: 11.08.2020 13:46 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Ceres: Forscher finden Hinweise auf aktiven Vulkan

Eine Weltraum-Aufnahme zeigt den Occator-Krater auf dem dem Zwergplaneten Ceres. © MPS/Nathues et al., Nature Astronomy
Diese Aufnahme zeigt den Occator-Krater auf dem dem Zwergplaneten Ceres.

Auf dem Zwergplaneten Ceres sind bis vor eine Million Jahren Eisvulkane, sogenannte Kryovulkane, ausgebrochen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen nach Auswertung hochaufgelöster Kamera-Aufnahmen aus der letzten Phase der NASA-Mission "Dawn". Unterhalb des Einschlagskraters Occator drängte demnach unterirdische Sole an die Oberfläche. Das Wasser verdunstete und hinterließ helle, salzhaltige Ablagerungen. Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind die Eisvulkane wahrscheinlich immer noch aktiv.

Ceres entpuppt sich als Sonderling

"Wir gehen davon aus, dass Ceres noch immer gelegentlich kryovulkanisch aktiv ist", sagte der wissenschaftliche Leiter des "Dawn"-Kamerateams, Andreas Nathues. Die neuen Erkenntnisse zeichnen laut MPS das Bild einer einzigartigen Welt, in deren Innern sich bis heute Reste eines globalen Ozeans befinden. Kryovulkanismus galt lange Zeit als ein Phänomen des äußeren Sonnensystems, das ausschließlich auf einigen Eismonden von Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun auftritt. Diese Sichtweise lasse sich nach den aktuellen Erkenntnissen über Ceres nicht mehr aufrechterhalten, denn der Zwergplanet entpuppe sich als rätselhafter Sonderling, so die Forscher.

"Dawn"-Mission bringt neue Erkenntnisse

Ceres ist mit rund 950 Kilometern Durchmesser der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Er wurde 1801 entdeckt und trägt den Namen der römischen Göttin des Ackerbaus. Die NASA-Mission "Dawn" untersuchte den Zwergplaneten von 2015 bis 2018 aus der Nähe. Auf einer stark elliptischen Umlaufbahn wagte sich die Raumsonde bis auf 35 Kilometer an die Ceres-Oberfläche heran - näher als je zuvor. Dem wissenschaftlichen Kamerasystem der "Dawn"-Sonde, das unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut wurde, gelangen dabei einzigartige Aufnahmen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.08.2020 | 17:00 Uhr

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