Stand: 09.01.2020 07:03 Uhr

Braunschweiger Forscher reist zur "Polarstern"

Seit Anfang Oktober lässt sich das Forschungsschiff "Polarstern" ein Jahr lang auf einer Eisscholle durch das Nordpolarmeer treiben. Insgesamt rund 600 Wissenschaftler und Crew-Mitglieder aus 17 Ländern nehmen an der Arktis-Expedition mit dem Namen "Mosaic" teil. Alle paar Monate wird die Besatzung von knapp 100 Personen ausgewechselt.  Einer der Forscher, die Ende Januar an Bord gehen sollen, ist Falk Pätzold vom Institut für Flugführung der Technischen Universität (TU) Braunschweig. Der Spezialist für meteorologische Messtechnik wird von der Luft aus diverse Daten sammeln.

VIDEO: Forscher bereitet sich auf Arktis-Expedition vor (3 Min)

Messungen mit zwei Fluggeräten

"Bei dieser Expedition werde ich zwei fluggestützte Systeme der TU betreuen und zum Einsatz bringen", sagte Pätzold im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Dabei handelt es sich um eine fünf Meter lange Hubschrauber-Schleppsonde und eine Quadrocopter-Drohne mit einem Durchmesser von 1,80 Meter. Die Geräte sollen es ermöglichen, durch Messungen in der Atmosphäre auch die Eisoberfläche zu dokumentieren und die Eigenschaften von Wolken abzuschätzen. Neben der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind wird auch die Konzentration von verschiedenen Spurengasen wie Methan und Ozon ermittelt.

Quadrocopter in Braunschweig entwickelt

Der Quadrocopter, der rund 20 Kilogramm wiegt, wurde an der TU Braunschweig entwickelt und war bereits 2017 auf der "Polarstern" im Einsatz. Er hat einen Flugradius von 1.000 Metern und kann rund 13 Minuten in der Luft bleiben. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, Luftproben zu nehmen und die Landschaft unter sich zu kartieren.

Einzige Sorge gilt der Technik

Pätzold steht zunächst jedoch noch eine mühsame Anreise bevor. "Je nach Eisbedingungen dauert die Fahrt mit dem Schiff von Nordnorwegen aus rund zwei bis drei Wochen", sagte er NDR 1 Niedersachsen. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Wissenschaftler vier Monate auf der "Polarstern" bleiben. "Man muss sich auf so eine Expedition vor allem mental einlassen", betonte er. Angst habe er allerdings keine. Schließlich habe er sogar ein Eisbären-Sicherheitstraining absolviert. Seine einzige Sorge sei, dass die Messtechnik nicht richtig funktionieren könnte.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.01.2020 | 19:30 Uhr

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