Vor dem Verwaltungsgebäude des Bahntechnik-Herstellers Alstom in Salzgitter steht ein Hinweisschild. © picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich Foto: Hauke-Christian Dittrich

Bahnhersteller Alstom und Bombadier vollenden Mega-Fusion

Stand: 29.01.2021 17:15 Uhr

Die beiden Bahntechnik-Hersteller Alstom und Bombardier haben fusioniert und sind jetzt ein Riesen-Konzern. In Salzgitter betreibt das französische Unternehmen sein größtes Werk überhaupt.

Der milliardenschwere Zusammenschluss sei ein "einzigartiger Augenblick", sagte Konzernchef Henri Poupart zu der Fusion am Freitag. Die neue Alstom-Gruppe hat einen Umsatz von rund fast 16 Milliarden Euro, ein Auftragsbuch im Wert von knapp 71 Milliarden Euro und beschäftigt in 70 Ländern rund 75.000 Menschen. Nach Branchenangaben ist der neue Konzern damit die Nummer zwei auf dem Weltmarkt - hinter dem chinesischen Hauptkonkurrenten CRRC. "Mit der nun abgeschlossenen Übernahme gehen große wirtschaftliche Chancen auch für Niedersachsen einher", sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) . Davon werde Salzgitter als einer der größten Standorte im Konzernverbund profitieren.

Grünes Licht aus Brüssel

Die EU-Wettbewerbshüter hatten im Juli bereits grünes Licht für die Fusion der beiden Firmen gegeben. Allein in Deutschland beschäftigen die beiden Hersteller zusammen rund 9.000 Menschen. Bombardier hat seine Werke vor allem in den ostdeutschen Bundesländern. Einen kleineren Standort haben die Kanadier aber auch in Braunschweig. Nach der Zukunft der deutschen Werke gefragt, hatte Alstom wiederholt betont, dass man die gemeinsame Belegschaft brauche, um die Kundenaufträge abzuarbeiten. Vor rund zwei Jahren war eine zunächst geplante Fusion zwischen Alstom und der Zugsparte von Siemens am Widerstand aus Brüssel gescheitert.

IG Metall fordert von Alstom Transparenz

Unterdessen hat die Industriegewerkschaft (IG) Metall hohe Erwartungen an den bevorstehenden Zusammenschluss von Alstom und Bombardier. "Über den zukünftigen gemeinsamen Weg des europäischen Schienenfahrzeugbauers muss die Konzernleitung jetzt schnell und umfassend Transparenz herstellen", erklärte Thomas Müller von der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

"Unternehmen soll für zukunftssichere Arbeitsplätze sorgen"

"Die Belegschaften haben unter schwierigsten Pandemiebedingungen die Produktion aufrechterhalten und ihren Teil für einen reibungslosen Ablauf des Zusammenschlusses beigetragen. Jetzt steht für die Beschäftigten die Erwartung an, dass Alstom auch nach der Übernahme für zukunftssichere Arbeitsplätze und Standorte sorgt", sagte Marion Koslowski-Kuzu von der IG Metall Salzgitter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.01.2021 | 14:00 Uhr

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