Stand: 12.07.2019 20:28 Uhr

Auto-Allianz: VW und Ford weiten Kooperation aus

Sie schmieden weiter an der großen Automobil-Allianz: Volkswagen-Vorstand Herbert Diess und Ford-Boss Jim Hackett. Am Freitag traten die beiden Konzernchefs in der Wall Street in New York vor die Presse und sprachen über den Umfang der neuen Zusammenarbeit. Demnach wird VW rund 2,3 Milliarden Euro in die Ford-Tochter Argo AI investieren. Im Gegenzug wollen die Amerikaner auf der E-Auto-Plattform "MEB" von VW Hunderttausende Fahrzeuge für den europäischen Markt fertigen. Bisher kooperieren die Unternehmen bei leichten Nutzfahrzeugen und Pick-ups, um Hunderte Millionen Euro in der Entwicklung zu sparen. Nun könnten sie auch bei der Elektromobilität und dem autonomen Fahren die Kräfte bündeln. Der weltgrößte Autobauer aus Niedersachsen und die Nummer zwei in den USA hatten ihre globale Zusammenarbeit im Januar auf der Detroiter Automesse angekündigt.

Herbert Diess, VW-Vorstandvorsitzender, und Jim Hackett, Präsident und CEO von Ford Motor Company, im Gespräch. © NDR

Gespräche über eine Kooperation von VW und Ford

Niedersachsen 18.00 -

VW und Ford wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. VW geht es darum, viele Millionen Euro bei den Entwicklungskosten bei der Elektromobilität und Autonomem Fahren zu sparen.

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Unabhängige Wettbewerber mit größerer gemeinsamer Reichweite

Die Branchenriesen stehen wie die gesamte Industrie vor enormen Herausforderungen durch den technischen Wandel. Die Kooperation soll die Produktion erhöhen und Kosten senken. "Unsere Allianz mit Ford entwickelt sich immer vielversprechender. Wir prüfen auch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit", sagte Diess bei der Pressekonferenz. Sein amerikanischer Kollege Hackett bekräftigte: "Während Ford und Volkswagen weiterhin unabhängige Wettbewerber bleiben, vergrößert die Zusammenarbeit beider mit Argo AI die Leistungsfähigkeit und geografische Reichweite auf dem Gebiet des autonomen Fahrens."

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VW-Sparte AID wird Europazentrale von Ford-Tochter Argo AI

Durch den Volkswagen-Einstieg bei Argo AI werden beide Automobil-Riesen zukünftig zu gleichen Teilen die Mehrheit an der Ford-Tochter halten. Neben dem finanziellen Engagement bringt VW seine Sparte AID für autonomes Fahren ein, die 200 Mitarbeiter beschäftigt und mit 1,6 Milliarden Euro bewertet wird. Der Hauptsitz in München soll zukünftig als Europazentrale von Argo AI fungieren. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird VW zudem Ford weitere Argo-Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar abkaufen. Auch die Amerikaner versprechen, weiter kräftig zu investieren.

Produktionsoffensive in Europa

Ford hat es bei der Kooperation insbesondere auf den VW-Elektroautobaukasten "MEB" abgesehen. Der US-Hersteller plant, in den nächsten sechs Jahren mehr als 600.000 Autos über diese Plattform zu produzieren. VW gibt an, den Baukasten innerhalb von zehn Jahren für 15 Millionen Wagen nutzen zu wollen. Alle Autobauer müssen in den kommenden Jahren den Anteil elektrifizierter Fahrzeuge in ihren Flotten erhöhen, wollen sie in Europa Strafzahlungen wegen der Nichteinhaltung von CO2-Grenzwerten vermeiden.

Lob von der Landesregierung

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) begrüßte die engere Zusammenarbeit zwischen VW und Ford. Die Allianz sei eine "wichtige strategische Entscheidung für den VW-Konzern, vor allem mit Blick auf die Mobilität der Zukunft", sagte er am Freitag. Volkswagen stärke so eine internationale Wettbewerbs-Position.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.07.2019 | 06:30 Uhr

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