Stand: 02.01.2019 14:17 Uhr

Alstoms Brennstoffzellen-Zug ist weltweit gefragt

Das Interesse an emissionsfreien Zügen aus dem Alstom-Werk Salzgitter ist drei Monate nach dem Start der ersten beiden Brennstoffzellenzüge in Niedersachsen groß. Aus den Niederlanden, aus Österreich, Norwegen, England, Kanada, Russland, Indonesien und Japan hat es bereits Anfragen gegeben, wie Rainer Peters, Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), sagte. "Die relative Stille ist schon beeindruckend", so Peters. Seit Mitte September fahren die Prototypen auf der rund 100 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude.

Ein Zugführer steuert einen Zug. © NDR

Alstom-Prototyp: Hersteller und Betreiber zufrieden

Niedersachsen 18.00 -

Bislang keine Ausfälle und keine technischen Probleme: Drei Monate nach dem Start der ersten Brennstoffzellenzüge zeigen sich Hersteller und Betreiber äußerst zufrieden.

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Eine Tankfüllung reicht für 1.000 Kilometer

Die emissionsfreien Züge haben auf dem Dach einen Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle. Diese wandelt Wasserstoff und Luft in Wasser um, wodurch Strom entsteht. Der wiederum lädt die Lithium-Akkus an Bord auf und treibt den Elektromotor an. Anstelle von Dieselschwaden kommt Wasserdampf aus dem Auspuff. Wasserstoff tanken die Züge an einer eigens in Bremervörde eingerichteten Wasserstofftankstelle. Aber das ist nur alle paar Tage nötig, denn mit einer Tankfüllung kommt der Wasserstoffzug rund 1.000 Kilometer weit. Weil es auf der Strecke Cuxhaven-Buxtehude keine Oberleitungen gibt, fuhren dort bis September nur Dieseltriebwagen.

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14 weitere Brennstoffzellenzüge bis 2021

"Wir sind sehr begeistert, wie es läuft", sagte Jens Sprotte, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtverkehr und Systeme bei Alstom. Die Brennstoffzellenzüge funktionierten genauso gut wie Dieselfahrzeuge, sie seien nur leiser. Für 14 weitere Züge dieses Typs hat Alstom bereits von der LNVG den Auftrag erhalten. Ab 2021 sollen sie in Niedersachsen eingesetzt werden. Das niedersächsische Verkehrsministerium fördert die Anschaffung mit 81,3 Millionen Euro. In den kommenden 20 bis 30 Jahren sollen laut Peters alle 120 Dieselzüge ersetzt werden. Auch andere Bundesländer haben laut Alstom bereits ihr Interesse an der Technologie bekundet. Weltweit ist Alstom einer der ersten Hersteller von Personenzügen auf Wasserstoff-Basis.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.12.2018 | 11:00 Uhr

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