Stand: 09.09.2020 17:30 Uhr

Zwischenbilanz beim deutsch-polnischen Gewässerschutz

Suche nach vermisstem Fischer © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann
Ausgestattet mit insgesamt drei neuen Schlachbooten kontrollieren die Wasserschutzpolizisten aus Deutschland und Polen die Binnen- und Küstengewässer. (Archivbild)

Grenzüberschreitend gegen Fischwilderer - deutsche und polnische Wasserschutzpolizisten gehen seit dem Sommer gemeinsam gegen Umweltsünder auf Ostsee und Binnengewässern vor. Immer wieder hatten sich Fischer über Fischwilderer beschwert. Auch Umweltdelikte in den besonders geschützten Gewässern der National- und Naturparkregionen nehmen zu. Darauf haben die Behörden beidseits der deutsch-polnischen Grenze reagiert. Mit rund 340.000 Euro aus einem EU-Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind drei Boote samt Trailern angeschafft worden. Damit gehen deutsche und polnische Beamte seit dem Sommer auf Streife in der Pomerania-Region.

In den ersten Wochen rund 40 Regelverstöße erfasst

Ihr Ziel: die großen Naturschutzgebiete, wie die Nationalparke Jasmund und Müritz, Biosphärenreservate und Naturparks mit besonders schützenswerten Arten und Lebensräumen vor Umweltsündern und Fischwilderern zu bewahren. In den ersten Wochen haben sie fast 40 Verstöße gegen naturschutz-, wasserverkehrs- und fischereirechtliche Regelungen erfasst. Die Beamten waren unter anderem im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft unterwegs - dort waren Bootsführer in den Schutzzonen unterwegs, wo eben ein Befahrensverbot gilt. Knöllchen wurden aber auch schon auf dem Großen Jasmunder Bodden verteilt, auf dem Breeger Boden und an der Außenküste von Hiddensee.

Fördergebiet InterReg Waifu © Waifu
Beidseits der Grenze überwachen die Wasserschutzpolizisten aus Deutschland und Polen eine Wasserfläche von mehr als 13.000 Quadratkilometern.
Auf ungeklärte Zuständigkeiten hinweisen

Deutsche und polnische Wasserschutzpolizisten haben inzwischen drei strafrechtliche Ermittlungen gegen Fischerwilderer aufgenommen. Zudem kontrollierten sie, dass sich Bootsführer in Naturschutzgebieten an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten. Immer wieder hatte es Beschwerden gegeben und es wurden mehr Kontrollen gefordert - auch von den Fischern selbst. Einerseits, weil sie das grenzüberschreitende Programm begrüßen, aber auch, weil sie noch einmal auf die Problematik der ungeklärten Zuständigkeiten aufmerksam machen wollen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nahm den Fischern in Wolgast am Mittwoch allerdings die Hoffnung, dass diese Problematik der Zuständigkeiten einfach oder schnell zu lösen sei.

Kompetenzgerangel auch bei Greenpeace-Aktion

Die Fischer zielten damit auf die Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace vor einigen Wochen. Da hatten Aktivisten riesige Steine in der Ostsee versenkt, weil sie das Seegebiet Adlergrund vor der Fischerei schützen wollten. Die Fischer kritisieren das Zuständigkeitsgerangel von Bund und Land bei der Aktion - denn weder Küstenschutz- noch Wasserschutzpolizei hatten damals eingegriffen und Greenpeace hatte ungehindert dutzende tonnenschwere Granitblöcke auf den Grund der Ostsee abgekippt. Dies wurde schließlich vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie mit Strafandrohung untersagt.

Weitere Informationen
Fischer halten Protest-Schilder und Transparente auf einem Platz in Sassnitz hoch, mit denen sie gegen Greenpeace demonstrieren. © NDR Foto: Silvana Mundt

Fischer demonstrieren gegen Greenpeace

Fischer haben in Sassnitz gegen Greenpeace demonstriert. Die Umweltschutzorganisation müsse die in der vergangenen Woche am Adlergrund in der Ostsee versenkten Steine wieder heben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.09.2020 | 17:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Schüler schreiben in einem Unterrichtsraum vom Gymnasium Mellendorf in der Region Hannover ihre Abiturklausur im Fach «Geschichte». © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Die Schule in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen

Die Ferien sind vorbei, nun wird wieder gelernt: Die Kinder und Jugendlichen müssen dabei weiterhin Corona-Regeln befolgen. mehr