Zwischen Aster und Desaster - die BUGA 2025 in Rostock
Der Plan: Eine Bundesgartenschau 2025 in Rostock, eine Stadt voller Blumen, neue Bauten und Attraktionen für die Stadt, um sie lebenswerter und attraktiver zu machen. Was sich erstmal toll anhört, scheint nun ziemlich zu wanken. Am Mittwoch (11. Mai) debattierte die Bürgerschaft.
Eine Entscheidung, ob die BUGA in drei Jahren über die Bühne geht oder nicht hat die Rostocker Bürgerschaft nicht gefällt, aber darum ging es auch nicht. Zumal die BUGA ursprünglich gar nicht auf der Tagesordnung stand. Es brauchte erst einen Dringlichkeitsantrag der Fraktion Rostocker Bund, um das umstrittene Event auf die Agenda zu setzen. Bei dem Antrag ging es um die Klärung struktureller und personeller Fragen. Konkret: Gibt es zum Beispiel mehr Personal für die Investitionen in den Städtebau? Oder wie wird die weitere Vorbereitung in der Verwaltung koordiniert? Eigentlich Dinge, die längst hätten geklärt sein müssen.
Deutliche Kritik an Oberbürgermeister Madsen
Von Abwahlforderungen in Richtung Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) war auf der Sitzung allerdings keine Rede mehr. Dennoch musste sich Madsen einiges anhören: er habe sich weggeduckt, habe keine Verantwortung übernommen. Außerdem war davon die Rede, dass die Stadt mit Größenwahn bei der BUGA in die Planungen gegangen sei und einfach nicht gesehen habe, dass das alles nicht zu schaffen sei. Fast eine Stunde lang ging es rund. Abgesehen von der persönlichen Kritik an Madsen war letztlich einzig die Fraktion Die Linke in der Bürgerschaft der Meinung, dass der Termin 2025 nicht zu halten ist und auch nicht gehalten werden sollte. Ansonsten hieß der Tenor eher: Ja, wir schaffen das!
Frischer Podcast zum BUGA-Wirrwarr
Also kommt sie doch, die BUGA 2025 in Rostock? Aber wenn ja, wie? Sie kommt - sie kommt nicht - sie kommt - sie kommt nicht… In der neuen Folge unseres Podcasts "Dorf Stadt Kreis" spricht Moderatorin Annette Ewen mit Reporter Jürgen Opel aus dem Ostseestudio Rostock über das Hick-Hack rund die Gartenschau. Die Beiträge und Berichte, in denen die Reporter und Reporterinnen des Ostseestudios in Rostock rund um das Auf und Ab der Bundesgartenschau berichtet haben, lassen sich kaum zählen. Denn es geht nicht nur um eine bundesweit angekündigte Blumenschau, mit dem Event hängen millionenschwere städtebauliche Projekte zusammen.
Die Warnowbrücke: Klagen nicht ausgeschlossen
Das prominenteste Beispiel ist der geplante Brückenschlag über die Warnow, für den auch der Bund viele Millionen Euro an Fördermitteln bereitstellt. Noch läuft das Planfeststellungsverfahren, müssen etliche Einwände Betroffener besprochen und bearbeitet werden - Klagen nicht ausgeschlossen. Beispielsweise fürchten die Seglerinnen und Segler der Vereine an der Warnow, dass ihr Sport und insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit bei einem Brückenbau "hinten runterfallen" könnten. Der Mecklenburgische Yachtclub Rostock e.V. hat seine Einwände zur Planfeststellung online sogar öffentlich gemacht.
Oberbürgermeister Madsen mittendrin im Drama
Ende April war eine vertrauliche Risikoanalyse bekannt geworden, die zu dem Schluss kommt, die BUGA-Projekte sind bis 2025 nicht wie geplant zu schaffen. Alles dauere länger und werde viel teurer. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat mittlerweile seine 60 Millionen Euro Fördermittel an ein Ultimatum geknüpft: Geld für Projekte, wie die Umgestaltung des Stadthafens fließt nur, wenn die BUGA im Jahr 2025 stattfindet. Mittendrin in diesem Drama ist Oberbürgermeister Madsen, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der BUGA GmbH ist. Noch Ende März beschwört er, man habe sich auf eine BUGA 2025 verständigt. Anfang Mai sagt er, für ihn stehe die Stadtentwicklung an erster Stelle, aber nicht die Gartenschau an sich. An Madsens Rolle und seinem Agieren äußern Stadtpolitiker mittlerweile laut Kritik. Wie viele Blütenblätter hat das Blumenorakel zur Rostocker Bundesgartenschau eigentlich noch und wie konnte es soweit kommen? Antworten gibt die neue Folge von "Dorf Stadt Kreis".
