Stand: 22.02.2020 16:17 Uhr

Zäune sollen Kröten schützen

Umweltschützerinnen stellen an einer Straße bei Schwerin einen Krötenzaun auf. © dpa Foto: Jens Büttner
Umweltschützerinnen haben an einer Straße bei Schwerin einen Krötenzaun aufgestellt.

Naturschützer haben in Mecklenburg-Vorpommern damit begonnen, Krötenzäune aufzustellen. Denn der Winter ist so warm und mild, dass Amphibien jetzt schon aktiv werden. Wenn Kröten auf dem Weg zu ihren Laichplätzen eine Straße überqueren, laufen viele der Tiere Gefahr, überfahren zu werden.

Im Eimer über die Straße

Etwa 15 Mitglieder der Ortsgruppe Schwerin im Naturschutzbund Deutschland (NABU) stellten in den vergangenen Tagen am Stadtrand der Landeshauptstadt einen 400 Meter langen niedrigen grünen Zaun aus grobem Stoff auf, um die Kröten davon abzuhalten, eine viel befahrene Straße zu kreuzen. In einem kleinen Wald leben viele Erdkröten, erläuterte NABU-Mitarbeiter Ulf Bähker. Ihr Laichplatz ist ein Regenrückhaltebecken auf der anderen Straßenseite. Am Zaun gruben die Naturschützer Löcher, in die sie Eimer stellten. "Dort sollen die Tiere hineinfallen", so Benjamin Weigelt von der Naturschutzstation Schwerin. Das wird täglich kontrolliert. Falls Kröten in den Eimern sind, tragen die Helfer sie über die Straße zum Rückhaltebecken.

Laub als Versteck vor Fuchs und Storch

Damit Störche und Füchse die Kröten in den Eimern nicht zwischen den Kontrollgängen der Naturschützer finden, haben die NABU-Leute die Eimer mit Laub gefüllt. Das habe sich bewährt, sagte Bähker. Der NABU hat diesen Straßenabschnitt für die Kröten-Rettung ausgesucht, weil hier einige Jahre zuvor viele tote Kröten entdeckt wurden. 2019 haben die Umweltschützer etwa 500 Erdkröten über die Straße geholfen. Ohne die Hilfe könnten sonst ganze Populationen zu Grunde gehen, weil nicht genügend Exemplare übrig bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.02.2020 | 12:00 Uhr

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