Stand: 15.02.2017 07:34 Uhr

Wissenschaftler untersuchen "Meta-Peenemünde"

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Hinter die Mythen schauen: Forscher wollen die Geschichte der NS-Heeresversuchsanstalt Peenemünde neu erschließen.

Historiker des Museums Peenemünde und der TU Braunschweig wollen in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben die Rüstungsprojekte der Nationalsozialisten in Peenemünde untersuchen. Dabei soll es um das Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und Kriegsverbrechen gehen. Wie das Museum mitteilte, soll der Schwerpunkt der Forschung auf dem gesellschaftlichen Umgang mit den Rüstungsinnovationen in der Bundesrepublik und der DDR liegen.

Forschung blickt hinter Mythen

Unter dem Projektnamen "Meta-Peenemünde" soll ein kleines Team von Wissenschaftlern für drei Jahre in Peenemünde forschen. Der Titel sei ein Kunstwort, das für das Projekt erfunden wurde, so Christian Kehrt von der TU Braunschweig. "Wenn ich verstehen will, was Peenemünde ist, muss ich mir die Geschichten, Erzählungen, Mythen zu Peenemünde ansehen und sie nicht einfach nur nacherzählen, unreflektiert, sondern wissenschaftlich auf einer Meta-Ebene darüber nachdenken", so Kehrt. Gefördert wird das Vorhaben mit 430.000 Euro von der Volkswagen-Stiftung.

Neue Sonderausstellung 2018

Nach Angaben des Historisch-Technischen Museums sind zum Forschungsprojekt auch mehrere öffentliche Veranstaltungen geplant. So soll bereits 2018 eine Sonderausstellung zum Thema gezeigt werden, die anschließend auch Teil der neuen Dauerausstellung wird. In der NS-Heeresversuchsanstalt Peenemünde wurden zwischen 1936 und 1945 die Großrakete V2 und andere Fernwaffen entwickelt. Gefertigt wurden sie unter Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.02.2017 | 10:00 Uhr

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