Gänse an einem Fluss. © NDR Foto: Klaus Purat aus Prerow

Wildvogelmonitoring: MV stark vom Geflügelpestvirus betroffen

Stand: 12.11.2021 05:43 Uhr

Nach Ergebnissen des Wildvogelmonitorings des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind Wildvögel im Nordosten besonders stark von der Vogelgrippe betroffen.

Im Landkreis Vorpommern-Rügen sind 80 Wildenten an Rastplätzen erlegt worden, bei 20 Tieren hatte das Nationale Referenzlabor des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit auf dem Riems das hochansteckende Geflügelpestvirus nachgewiesen, teilte der Kreis Vorpommern-Rügen mit.

Viruslast in MV hoch

Das zeige, dass aktuell viele Viren unterwegs seien, so eine Sprecherin des Instituts. Täglich würden positive Befunde festgestellt. Sie stammen auch aus anderen Teilen Deutschlands sowie weiteren europäischen Ländern. Meistens handele es sich um den Virus-Subtyp H5N1.

Stallpflicht in Vorpommern wird vermutlich ausgeweitet

Geflügelhalter im Kreis Vorpommern-Greifswald müssen bereits ihre Tiere entlang von Gewässern einstallen. Diese Pflicht könnte auch im Kreis Vorpommern-Rügen in Kürze erlassen werden, heißt es von der Kreisverwaltung. Tierhalter sollten jeglichen Kontakt ihres Geflügels mit Wildvögeln vermeiden.

Warnung auch im Kreis Ludwigslust-Parchim

Das Veterinäramt im Kreis Ludwigslust-Parchim mahnt ebenfalls zur Vorsicht. "Die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen ist für den Schutz der Hausgeflügelbestände vor der Geflügelpest von überragender Bedeutung", heißt es vom Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises. Folgende Regeln gibt der Kreis den Geflügelhalter mit:

  • Verhindern Sie jeglichen direkten und indirekten Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel
  • Tränken und füttern Sie nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind
  • Tränken Sie Ihr Geflügel nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben
  • Halten Sie eine strikte Trennung von Straßen- und Stallkleidung ein, insbesondere das Schuhwerk betreffend
  • Gegenstände oder Materialien wie Schubkarren oder Einstreu stellen eine Gefahrenquelle dar. Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen oder eine wildvogelsichere Lagerung minimieren die Gefahr
  • Zäunen Sie Hofteiche weiträumig aus
  • Lassen Sie erhöhte Tierverluste durch einen Tierarzt abklären oder informieren Sie das Veterinäramt
  • Beim Veterinäramt sind jegliche Tierbestände von Geflügel, Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd und Bienen spätestens mit Aufnahme der Tierhaltung zu melden.

Stallpflicht rund um Alt Jassewitz in Nordwestmecklenburg

Der Kreis Nordwestmecklenburg hatte zuletzt am 8. November einen Ausbruch der Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand gemeldet. Um Alt Jassewitz, zwischen Grevesmühlen und Wismar, wurde ein Sperrbezirk von drei Kilometern eingerichtet und eine erweiterte Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern. Für beide Zonen gelten feste Regeln - innerhalb des Sperrbezirks etwa muss das Geflügel in Ställen gehalten werden, in der Überwachungszone nur dann, wenn dort, wo die Tiere normalerweise gehalten werden, ein Kontakt zu Wildvögeln unvermeidbar wäre. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem droht laut Allgemeinverfügung ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

Geflügelpest-Fall auch am Wariner See

Am Donnerstag war bei einer am Wariner See gefunden, toten Graugans nach Angaben eines Kreissprechers der Erreger nachgewiesen worden. Es war der erste Nachweis bei einem Wildvogel im Landkreis.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.11.2021 | 16:00 Uhr

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