Stand: 09.07.2018 11:12 Uhr

Nach Waldbrand: Sperrung der A14 aufgehoben

Nach dem Waldbrand bei Groß Laasch (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist die A14 am Montagvormittag wieder für den Verkehr freigegeben worden. Auch die Sperrung der Kreisstraße zwischen Groß Laasch und Weselsdorf und die Sperrzone um den Brandort wurden aufgehoben. Das Betreten des betroffenen Waldstücks bleibt jedoch bis auf Weiteres verboten. Die Straßen konnten wegen des starken Rauchs und Explosionsgefahr seit Mittwochabend nicht mehr genutzt werden. Das Feuer dort war nach vier Tagen Großeinsatz am Sonntagabend gelöscht worden. Derzeit sind noch 50 Einsatzkräfte vor Ort, um das Waldstück mit Wasserwerfern zu nässen, hieß es von der Feuerwehr. Sie sollen aber nach und nach abgezogen werden. Auch die Technik werde langsam abgebaut.

Verbrannte Bäume.

Entwarnung: Waldbrand an A14 gelöscht

Nordmagazin -

Nach vier Tagen ist das Feuer in einem Waldstück bei Groß Laasch fast gelöscht. Dafür wurde der Boden des Waldstücks mit rund sechs Millionen Liter Wasser geflutet.

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Nur noch wenige Glutnester am Sonntag

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Der Brand musste mit Löschpanzern bekämpft werden.

Seit Sonnabend hatten Feuerwehr und THW sechs Millionen Liter Wasser in den Wald gepumpt, um den Boden zu durchnässen. Durch den Bau eines Dammes am nahe gelegenen Ludwigsluster Kanal konnte das etwa vier Hektar große betroffene Waldstück komplett geflutet werden. Aufnahmen einer Wärmebildkamera zeigten am Sonntagvormittag nur noch zwei Glutnester im betroffenen Waldstück. Daraufhin gingen die Einsatzkräfte gemeinsam mit dem Munitionsbergungsdienst direkt in das Gebiet, um die letzten Glutnester zu löschen. Zuvor waren dorthin nur Panzer gefahren, weil immer wieder Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden explodierten.

Hubschrauber löschte aus der Luft

Die Einsatzkräfte waren bereits am Donnerstag von den eigentlichen Löscharbeiten abgezogen worden, weil sie zu gefährlich waren. Panzer und ein Lösch-Hubschrauber übernahmen daraufhin die Bekämpfung des Feuers aus der Luft und im Gelände. Sie fuhren in regelmäßigen Abständen in das betroffene Gebiet, um die Lage zu erkunden und Glutnester zu löschen.

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So hoch ist die Waldbrandgefahr in den Kreisen

Mit Hilfe dieser Karte des Landesforsts MV erkennen Sie die aktuellen Waldbrandwarnstufen der einzelnen Leitforstämter. So können Sie das Risiko für Ihre Region einschätzen. extern

Löscharbeiten von Beginn an schwierig

Der Brand war am Mittwoch auf einem schon abgemähten, zehn Hektar großen Getreidefeld entstanden. Begünstigt durch Wind griff das Feuer auf den Wald an der A14 über. Die Löscharbeiten gestalteten sich von Beginn an schwierig. Um das Feuer zu löschen, musste zunächst eine über 700 Meter lange Wasserstrecke aufgebaut werden, damit das Wasser eines Teiches zum Brandherd gepumpt werden konnte. Am Donnerstagvormittag wurde der Wald aus rund 70 Metern Entfernung mit Löschkanonen besprüht, da ein Betreten der Waldfläche aufgrund explodierender Munition nicht mehr zu verantworten war.

Fast vier Prozent der Landesfläche von MV munitionsbelastet

Die Munition in den Wäldern stammt von der deutschen Wehrmacht, die sich 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee ihrer Waffen und Munition entledigte. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Innenministerium knapp 800 Flächen, die durch Munition und andere Kampfmittel belastet sind. Demnach sind 3,9 Prozent der Landesfläche (90.000 Hektar) betroffen. In der Ostsee gebe es zusätzlich 37 Flächen mit rund 65.000 Hektar.

"Es fehlt an Technik"

Derweil will Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) aus dem schwierigen Einsatz Konsequenzen ziehen: "Es fehlt zum Teil an Technik oder die Technik ist nicht so einsatzfähig, wie wir uns das wünschen", sagte Backhaus dem NDR Nordmagazin. "Das Stichwort ist wassergeführte Fahrzeuge, das Stichwort sind auch allradgetriebene Fahrzeuge. Und diese sind zum Teil auch verschlissen." Dagegen habe die Zusammenarbeit der mehr als 100 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis, dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz, der Polizei, der Bundeswehr und anderen fast reibungslos funktioniert, wie es hieß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.07.2018 | 18:00 Uhr

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