Honig © Nitr/fotolia Foto: Nitr

Vorsicht vor gepanschtem Honig

Stand: 21.08.2021 15:15 Uhr

Die Deutschen sind Honigweltmeister. Im Schnitt isst jeder von uns mehr als ein Kilo im Jahr. Genau darin lauert allerdings eine große Gefahr. Denn deutsche Imker produzieren nicht ausreichend Honig.

80.000 Tonnen Honig werden jährlich aus dem Ausland importiert. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Grundsätzlich kein Problem. Es gibt aber leider auch viele Betrüger, die ihren Honig pantschen, strecken oder verfälschen.

Honig gehört zu den am meisten gefälschten Lebensmitteln

Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Kontrolle. 72 Länder, darunter auch Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, haben dabei mitgewirkt. Die europäische Polizeibehörde Europol und die internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol haben bei der Einfuhr sowie bei Importeuren, Abfüllern und im Handel unzählige Proben Honig genommen und daraufhin ein Jahr lang ermittelt.

So wird beim Honig betrogen

Honig ist international als reines Naturprodukt eingestuft. Aber im Labor wird oft festgestellt, dass zum Beispiel fremder Zucker untergemischt wird, Rohrzucker etwa, oder Mais- oder Zuckerrübensirup. Es werden auch spezielle Zuckerlösungen an Bienen verfüttert. Dann wird manchmal auch einfach angegeben, dass ein bestimmter Honig regional produziert worden ist.

Manchmal werden auch Farbstoffe oder Fremdpollen untergemogelt. Dann ist der Honig nicht mehr sortenrein, wird aber so gekennzeichnet. Immer wieder werden auch überhöhte Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Honig entdeckt. Auch bei Kontrollen hier bei uns im Land.

Können sich Verbraucher vor gepanschtem Honig schützen?

Das ist schwierig, denn der Betrug wird nur im Labor sichtbar und ist nicht mit bloßem Auge erkennbar. Darauf verweist auch die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Trotzdem kann einiges bei der richtigen Wahl es Honigs helfen, dazu gehört etwa die Kennzeichnung.

Für deutschen Honig gelten nämlich Qualitätskriterien, die in der deutschen Honigverordnung festgeschrieben sind. Der Landesimkerverband verweist dabei auf seine Etiketten, weil auf den Gläsern ″Bienenhonig aus Mecklenburg-Vorpommern″ steht. Damit garantiert der Verband, dass im Glas auch wirklich reiner Honig aus Mecklenburg-Vorpommern ist.

Schwierig wird es, wenn auf den Gläsern Honig aus EU- oder aus Nicht EU-Ländern steht. Dann ist überhaupt nicht nachvollziehbar, aus welchem Land der Honig stammt.

 

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.08.2021 | 15:15 Uhr

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