Schwerin: Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, legt auf dem Alten Friedhof einen Kranz anlässlich des Volkstrauertags nieder. © Andreas Hohn Foto: Andreas Hohn

Volkstrauertag: Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

Stand: 15.11.2020 13:41 Uhr

Während des Volkstrauertages ist in zahlreichen Orten in Mecklenburg-Vorpommern an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert worden. Ministerpräsidentin Schwesig legte in Schwerin einen Kranz nieder.

In Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) wurde mit einer Gedenkveranstaltung an die Opfer der sogenannten Werwolf-Tragödie vor 75 Jahren erinnert. Insgesamt 33 Jungen und Mädchen waren dort nach dem Krieg vom sowjetischen Geheimdienst NKWD verhaftet worden, weil sie angeblich der Organisation "Werwolf" angehörten. 13 von ihnen kamen bereits in der U-Haft ums Leben. Alle Malchower Opfer wurden nach der politischen Wende 1989 strafrechtlich rehabilitiert. Die Gedenkfeier fand wegen der Corona-Beschränkungen in aller Stille statt.

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Schwesig legt in Schwerin Kranz nieder

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) legte auf dem Alten Friedhof in Schwerin einen Kranz nieder. "Am Volkstrauertag erinnern wir uns in jedem Jahr an das Leid, das Krieg und Gewalt über die Menschen gebracht hat. Insbesondere denken wir an die beiden Weltkriege, die Millionen von Menschen das Leben kosteten, ganze Landschaften verödeten und ein tiefes Trauma in den Seelen der Überlebenden hinterließen", sagte Schwesig. Das Gedenken gelte aber auch den Opfern der Gewaltherrschaften in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Deshalb sei der Volkstrauertag nicht nur ein Erinnern an die Vergangenheit, sondern auch eine Mahnung für Gegenwart und Zukunft. "Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Generation und die unserer Kinder weiter in Frieden und Demokratie leben kann."

Gedenkfeier auf dem Golm

In Vorpommern war eine stille Kranzniederlegung auf dem Golm die zentrale Veranstaltung. Dort sind nach dem verheerenden Luftangriff auf Swinemünde vom 12. März 1945 Tausende Opfer in Massengräbern bestattet worden. Zu der Gedenkstunde auf Usedom lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein.

Kranzniederlegungen in Greifswald und Stralsund

Ein stilles Gedenken gab es auch in der Hansestadt Stralsund. An verschiedenen Denkmälern und auf den Friedhöfen konnten Kränze niedergelegt und Kerzen angezündet werden. Vereine und Verbände sowie Vertreter der Bürgerschaft gedachten in Greifswald der Toten. Auch Sassnitz rief an der Gedenkstele für die Opfer des Zweiten Weltkrieges und auf dem Friedhof für den unbekannten Soldaten in Dwasieden zu stillen Kranzniederlegungen auf. Stille Kranzniederlegungen waren auch in Neubrandenburg und Neustrelitz vorgesehen. Dort rief Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) die Einwohner dazu auf, individuell an die Opfer von Krieg und Gewalt zu erinnern.

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Volkstrauertag: Gedenken an Opfer von Gewalt

Der Volkstrauertag gehört zu den "stillen Feiertagen". Seit 1922 erinnert er an die Opfer von Kriegen und Gewalt. Im Bundestag spricht der Bundespräsident das Totengedenken. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.11.2019 | 08:00 Uhr

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