Vier Krankenhäuser in MV mit komplett belegten Intensivstationen

Stand: 22.11.2021 15:08 Uhr

Die ersten Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern melden ausgelastete Intensivstationen. Laut dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) geht es bisher um vier Kliniken.

Demnach sind mit Stand Montagmorgen die Intensivstationen der Krankenhäuser in Demmin, Boizenburg, Ludwigslust und Grevesmühlen komplett ausgelastet. In den genannten Kliniken sind sowohl die sogenannten Low-Care-Betten ohne invasive Beatmung als auch die High-Care-Betten mit invasiver Beatmung belegt. Allerdings handelt es sich nicht ausschließlich um Patienten mit Covid-19.

14 Kliniken in MV melden begrenzte Kapazitäten

Von den 32 Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern, die an das Divi-Register melden, haben 14 weitere begrenzte Kapazitäten angezeigt. Laut Register liegen in Mecklenburg-Vorpommern mit Stand Montagmittag 66 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung auf einer Intensivstation, knapp die Hälfte davon, nämlich 30 Erkrankte, müssen beatmet werden. Insgesamt werden im Nordosten nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGUS) vom Sonntag 271 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken behandelt.

Ministerium: Lage besorgniserregend

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es, die Lage sei besorgniserregend. Von den insgesamt 600 Intensivbetten im Bundesland stünden derzeit 100 für Corona-Patienten zur Verfügung. Zurzeit werde versucht, 25 bis 30 weitere Betten mitsamt Personal zu aktivieren. Außerdem sollen auch wieder Reha-Kliniken in die Lage versetzt werden, leichtere Corona-Fälle zu versorgen. Ein Ministeriumssprecher erklärte, Kliniken in einer Region gehörten zu einem Cluster. Sollte ein Krankenhaus einen schwer Erkrankten tatsächlich nicht aufnehmen können, würde er sofort an ein weiteres Klinikum in der Region verwiesen.

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Seenplatte: Kliniken fordern Maßnahmen wie Testpflicht für alle

An der Mecklenburgischen Seenplatte fordern fünf Kliniken angesichts der hohen Intensivbetten-Auslastung durch Corona-Patienten ein Maßnahmenpaket. Es müssse eine konsequente Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene geben, erklärte ein Sprecher am Montag in Neubrandenburg. Es sei derzeit noch nicht absehbar, wie die vierte Corona-Welle finanziell bewältigt werden kann. Helfen könnten eine Entlastung vom "hohen administrativen Aufwand der Dokumentation" und "wertschätzende Maßnahmen für die Beschäftigten". Dem Verbund gehören fünf Krankenhäuser in Neubrandenburg, Waren (2), Neustrelitz und Demmin an, die ihre Lage als "kritisch" einschätzten. Mit rund 20 Prozent hat die Seenplatte die höchste Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf Intensivstationen.

Ungewöhnlich viele onkologische Patienten

Die Kliniken wiesen darauf hin, dass schon einmal deutlich mehr Patienten mit Covid-19 behandelt worden seien als derzeit. Momentan gebe es ungewöhnlich viele Patienten mit onkologischen Krankheitsbildern und Notfallpatienten. Ein Grund für die höhere Zahl onkologischer Patienten sei, dass in der vergangenen Corona-Welle viele Menschen aus Angst vor einer Infektion nicht in Kliniken gekommen waren. Man vermute, dass das nun zu mehr schweren Verläufen führe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.11.2021 | 13:00 Uhr

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