Ein Seemann schaut über die Reling. © NDR Foto: Lisa Pandelaki

Ver.di kritisiert: Flaute bei der seemännischen Ausbildung

Stand: 27.11.2021 09:07 Uhr

Die Ausbildungs- und Beschäftigungszahlen in der deutschen Handelsschifffahrt erreichen einen neuen Tiefstand. Das seemännische Know-how drohe verspielt zu werden, so die Einschätzung der Branchengewerkschaft ver.di.

Für das laufende Jahr sind nach Angaben der Gewerkschaft nur noch rund 5.100 deutsche Seeleute registriert. Das seien knapp 300 weniger als im Vorjahr. Junge Menschen würden sich immer seltener für einen Beruf an Bord entscheiden. Die Zahl der deutschen Berufseinsteiger habe sich in den zurückliegenden zehn Jahren halbiert.

Trend auch an Seefahrtschule Warnemünde spürbar

Ende 2020 waren es laut ver.di nur noch 400. Setze sich der Trend fort, müssten auch die ausbildenden Seefahrtsschulen mit der Schließung rechnen, so die Gewerkschaft weiter. Noch vor Jahren gab es neun Klassen mit bis zu 30 Fachschülern. Heutzutage ist es dagegen nur eine einzig - und die Klassenstärke ist nicht einmal zweistellig.

Ver.di verlangt Bekenntnis von Reedern zur nationalen Schifffahrt

Ein Grund: Von den etwa 2.000 Schiffen der deutschen Handelsflotte fahren weniger als 300 tatsächlich unter deutscher Flagge. Und selbst auf diesen seien deutsche Seeleute die Ausnahme. Deshalb müssten sich die deutschen Reeder wieder zur nationalen Schifffahrt und damit zur Ausbildung und Beschäftigung junger deutscher Seemänner und -frauen bekennen, so die Forderung der Gewerkschaft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.11.2021 | 12:00 Uhr

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