Stand: 07.12.2017 15:58 Uhr

Verband: Altersgerechter Wohnraum fehlt

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In Mecklenburg-Vorpommern droht nach Ansicht von Wohnungsunternehmen ein Mangel an altersgerechtem und bezahlbarem Wohnraum. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern fehlen bis Ende 2020 rund 12 000 neue Wohnungen. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) sieht insbesondere einen sich abzeichnenden Mangel an bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum.

Absehbare Wohnungsnot auf dem Land

Gerade im ländlichen Raum müssten in den kommenden Jahren zahlreiche Plattenbauten, die noch aus DDR-Zeiten stammten, abgerissen werden, sagte VNW-Präsident Andreas Breitner auf der Jahrestagung des Verbandes in Göhren-Lebbin bei Waren. Die Wohnungen seien nicht altersgerecht und auch schwer an jüngere Interessenten zu vermieten. Genossenschaften, Kommunen und private Bauherrn müssten hier für Ersatz sorgen, hieß es.

2018 will das Land 20 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau geben

Nach Ansicht von Landesbauminister Christian Pegel (SPD) kommt der soziale Wohnungsbau im Land allmählich in Gang, auch wenn gestiegene Baukosten gerade Vermieter auf den Dörfern vor große Probleme stellten. Derzeit würden die beantragten Bauzuschüsse die für 2017 vom Land geplanten Fördermittel in Höhe von 14,6 Millionen Euro übersteigen. Im kommenden Jahr wolle die Landesregierung den sozialen Wohnungsbau mit 20 Millionen Euro fördern.

Fahrstuhlprogramm für Mehrfamilienhäuser

Ziel sei es insbesondere, den Neubau von barrierefreien Wohnungen voranzutreiben - aber auch gut ausgelastete Plattenbauten in größeren Gemeinden mit Fahrstühlen auszustatten. "Wir erleben den demografischen Wandel früher als alle anderen Bundesländer", sagte Pegel. Deshalb soll auch das Fahrstuhlprogramm für Mehrfamilienhäuser, mit dem Mieter länger in ihren Wohnungen bleiben können, weiter ausgebaut werden. "Das bleibt aber auf die 96 Grund-, Mittel- und Oberzentren beschränkt", so Pegel weiter.

Mietpreisbremse für Greifswald und Rostock

Pegel kündigte an, dass die Landesregierung plant, in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald die Mietpreisbremse einzuführen. "Die Mietpreisbremse wird kommen", aber sie wirke nur vorübergehend, bis das Wohnungsneubauprogramm greife. Einen Termin zur Einführung der Mietpreisbremse nannte der Minister nicht. In beiden Städten leben 10.000 bis 15.000 Studenten, die zeitlich begrenzt Wohnraum suchen und oft wechseln. In Rostock gab es laut Ministerium in fünf Jahren eine Mietpreisteigerung von mehr als 14 Prozent. Die Preisspanne reicht demnach von 4 Euro je Quadratmeter in Randgebieten bis zu 13,50 Euro in Warnemünde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.12.2017 | 15:00 Uhr

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