Ein Arzt impft eine Patientin gegen Grippe. © picture alliance / Markus Scholz Foto: Markus Scholz

Uni Rostock: Corona-Impfstoff-Tests vorerst gestoppt

Stand: 15.10.2020 13:35 Uhr

Die Forschung an einem Corona-Impfstoff an der Universität Rostock ist vorerst gestoppt. Bei einer Testreihe in den USA ist ein Teilnehmer ungeklärt krank geworden.

Die Studie zu einem Corona-Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns Johnson & Johnson, an der auch die Universitätsmedizin Rostock beteiligt ist, ist auf Eis gelegt. Grund ist, dass in den USA bei einer Testreihe ein Proband ungeklärt erkrankt ist. Der Leiter des Rostocker Teils der Studie, der Infektionsmediziner Professor Emil Reisinger, bestätigte auf Nachfrage des NDR, dass auch an der Universitätsmedizin der Johnson & Johnson-Impfstoff jetzt nicht weiter verabreicht wird. Das sei eine Routine-Vorsichtsmaßnahme.

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Untersuchungen an 75 Probanden in Rostock

In Rostock wird seit Kurzem an 75 Probanden der Test in der sogenannten Phase 2a durchgeführt. Ein Teil bekommt den abgeschwächten Krankheitserreger gespritzt, damit das Immunsystem anspringt. Der andere Teil erhält Placebos. Auch in Hamburg und Berlin laufen Studien mit eben diesem neuen Impfstoff. In den USA sei die Erkrankung eines Probanden bei der sogenannten Phase-3-Studie des Impfstoffs aufgetreten. Jetzt werde untersucht, ob das mit dem Impfstoff zusammenhänge oder nichts damit zu tun habe. So lange werde kein Proband mehr den betreffenden Corona-Impfstoff bekommen, auch nicht in Rostock, so Professor Reisinger. Voraussichtlich in wenigen Tagen wisse man, ob die Studie weitergehen kann.

Rostock eines von drei Testzentren in Deutschland

Laut Reisinger entwickelten zuletzt rund 150 Konsortien Impfstoffe gegen Covid-19, 30 davon in fortgeschrittenen Studien. Die Universitätsmedizin Rostock hat sich offenbar in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht als Kompetenzzentrum für Studien, in denen es um Impfstoffe geht. Dieser neue Impfstoff wurde deutschlandweit bislang an drei Zentren getestet - in Hamburg, Berlin und Rostock. Reisinger rechnet in spätestens 15 bis 17 Monaten mit Erkenntnissen über die Wirksamkeit des Impfstoffes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.10.2020 | 05:30 Uhr

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